Washington fährt den ersten Heimsieg der NFL-Saison 2019 ein

Selfie mit einem Fan: Haskins verpennt Redskins-Siegformation

Dwayne Haskins ist Quarterback bei den Washington Redskins.

Hat die Washington Redskins mit zum ersten Heimsieg der Saison geführt: Rookie-Quarterback Dwayne Haskins. imago images

13 von 29 Pässen für 156 Yards angebracht, keinen Touchdown-Pass geworfen und sich eine Interception geleistet: Washingtons Rookie-Quarterback Dwayne Haskins (1. Runde, 15. Stelle), der nach fünf Einsätzen bei mageren 654 Yards, zwei TDs und ganzen fünf Interceptions steht, hat sich beim 19:16 gegen die Detroit Lions nicht mit Ruhm bekleckert - wenngleich er gegen Spielschluss mit sechs von neun angebrachten Pässen und insgesamt 68 Yards die beiden spielentscheidenden Field Goals mit vorbereitete. Das mit dem "Ruhm bekleckert" lag aber ohnehin nicht an seiner überschaubaren und sicherlich ausbaufähigen Statistik, sondern vielmehr an einer peinlichen Aktion kurz vor Ende.

Denn als im vierten Viertel nur noch wenige Sekunden auf der Uhr waren und sich die Redskins-Offense für die "Victory Formation" auf dem Feld einfand, fehlte der Spielmacher auf einmal und ward nicht gefunden. Warum? Weil Haskins längst in Feierlaune war, ausgiebig am Spielfeldrand den bereits feststehenden ersten Heimsieg dieser Saison (Bilanz insgesamt nun bei 2:9) zelebrierte, mit den eigenen Anhängern jubelte und plötzlich sogar kurz vor dem Block ein Selfie mit einem Fan machte. Dabei betätigte der 22-Jährige selbst den Auslöser.

Die Spieler auf dem Feld und Trainer am Seitenrand, die also vergebens nach Haskins gefahndet hatten, schickten letztlich Ersatz-Quarterback Case Keenum in die Formation - weil es Haskins nicht mehr rechtzeitig in die Aufstellung geschafft hätte. Der 31-jährige Routinier, zu Beginn der Saison und bis zur Entlassung von Trainer Jay Gruden selbst noch Starter (1343 Yards, 9 TDs, 4 Int.), schnappte sich den Snap und ging aufs Knie. Spiel vorbei. Das Nachspiel dagegen nicht...

"Das ist unprofessionell und falsch!"

Denn natürlich wurde im Anschluss von den Medienvertretern vor allem nach Haskins' Schlafmützigkeit gefragt. Interimstrainer Bill Callahan stellte sich und teilte unmissverständlich mit: "Nein, darüber kann ich nicht lachen. Ich bin glücklich, dass wir gewonnen haben, klar. Doch dieses Thema werden wir noch einmal bereden."

Noch härter ins Gericht mit dem jungen Schützling ging der frühere Redskins-Quarterback Joe Theismann, der zwischen 1974 und 1985 in der US-Hauptstadt gespielt, Super Bowl XVII nach der Saison 1982/83 gewonnen (27:17 gegen Miami) und seine für viele Jahre zurückgehaltene Rückennummer 7 extra für Draft-Pick Haskins freigegeben hatte. Der heute 70-Jährige schrieb nach dem Ende der Partie auf Twitter: "Das ist unprofessionell und falsch!"

Haskins selbst stellte sich ebenfalls den Fragen und entschuldigte sich: "Ich war so aus dem Häuschen, habe sogar eine Wasserflasche zerbrochen. Dann hab ich nach oben gesehen und erkannt, dass wir schon in der 'Victory Formation' stehen. Irgendwie dachte ich, dass das Spiel schon vorbei sei zu diesem Zeitpunkt. Das nächste Mal werde ich es hinbekommen." Bleibt nur offen, wann das nächste Mal sein wird - schließlich warten auf die Redskins nun die schwierigen Aufgaben bei den Carolina Panthers, bei den Green Bay Packers und gegen die Philadelphia Eagles.

mag

Die Topverdiener der NFL: Wilson übertrumpft alle