Hertha: Für den Trainer "ist Aufgeben keine Option"

Die Bosse tagen: Covic vor dem Aus?

Elf Punkte aus zwölf Spielen: Herthas Trainer Ante Covic steht mit dem Rücken zur Wand.

Elf Punkte aus zwölf Spielen: Herthas Trainer Ante Covic steht mit dem Rücken zur Wand. imago images

Nach kicker-Informationen wurde über eine mögliche Ablösung Covics am Montag bereits innerhalb des Präsidiums und des Aufsichtsrates diskutiert. Weitere Gespräche der Gremien - untereinander und mit der Geschäftsführung - sollen im Laufe des Montags und Dienstags folgen.

Mit dem Spiel gegen Borussia Dortmund am Samstag beschäftige er sich aktuell "null", erklärte Covic am Tag nach der 0:4-Blamage in Augsburg und dem Absturz auf Platz 15. Statt des erhofften Befreiungsschlages hatten die Berliner Auflösungserscheinungen gezeigt. "Ich benötige noch ein, zwei Tage, um zu verarbeiten, was gestern passiert ist", räumte Covic ein. Die höchste Niederlage in der knapp fünfmonatigen Amtszeit des Deutsch-Kroaten markierte den vorläufigen Tiefpunkt der bisherigen Saison.

Wie schon drei Wochen zuvor beim blutleeren, fast verängstigten Auftritt im Stadt-Derby gegen Aufsteiger Union (0:1) war Hertha auch in Augsburg völlig von der Rolle. "Das hat auch mit dem Kopf zu tun", erklärte Covic am Montag. "Die Spieler verkrampfen. Wir müssen schauen, dass wir in die Köpfe der Spieler reinkommen, damit sie Sicherheit kriegen."

Covic: "Ich nehme mich nicht so wichtig"

Ob Covic nach nur elf Punkten aus zwölf Spielen weiter die Gelegenheit dazu bekommt, ist überaus fraglich. Manager Michael Preetz hatte am Sonntag verkündet, er wolle das Spiel "erstmal sacken lassen". Am Montagmorgen ging Preetz vor dem Training in die Kabine. Innerhalb des Aufsichtsrates und des Präsidiums glühten bereits am Montagvormittag die Telefondrähte, weitere Gespräche sollen im Laufe des Montags und des Dienstags folgen. "Der Manager und ich haben am Sonntag kurz gesprochen und werden auch heute sprechen - so, wie wir das nach jedem Spiel machen", sagte Covic, der bei aller kämpferischen Bereitschaft sein eigenes Schicksal nicht zu hoch hängen will: "Ich bin die unwichtigste Person. Ich nehme mich nicht so wichtig. Es geht um den Verein. Aber wenn du 23 Jahre im Verein bist, ist es etwas, was dich emotional betrifft."

Klinsmann plant kein Trainer-Comeback

Dass der Trainer-Markt aktuell nicht allzu viele Optionen offenbart, sieht man auch in den Klub-Gremien so. Die medial befeuerte Variante eines Trainer-Comebacks von Jürgen Klinsmann gilt als nahezu ausgeschlossen. Über den früheren Bayern-Coach und einstigen Teamchef der deutschen Nationalmannschaft hatte Hertha intern bereits im Frühjahr diskutiert, schon damals hatte Klinsmann entschieden abgewunken. Dem Vernehmen nach hat sich an der Auffassung von Klinsmann, dem zuletzt ein Angebot des ecuadorianischen Verbandes vorlag, nichts geändert. Der Weltmeister von 1990, seit Anfang November als Vertrauter von Hertha-Investor Lars Windhorst mit Sitz im Aufsichtsrat von Herthas Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA), will beim Hauptstadt-Klub eigene Ideen und sein Netzwerk einbringen - ein Comeback auf der Trainer-Bank plant er aktuell nicht.

Dardai? Wohl nicht mal mit ganz viel Phantasie

Auch ein Comeback von Covic-Vorgänger Pal Dardai, der zuletzt dem 1. FC Köln abgesagt hatte, schließen Insider aus. Der Ungar, der nach viereinhalb Spielzeiten als Hertha-Cheftrainer im Sommer von Covic beerbt wurde und zu Bundesliga-Bezügen aktuell ein Sabbat-Jahr absolviert, hat einen unbefristeten Vertrag als Trainer für den Nachwuchsbereich. In den Führungsgremien des Klubs heißt es zwar, Dardai wäre, sollte er gefragt werden, sofort zu einem Comeback bereit. Aber die Rolle rückwärts, das wissen auch die Hertha-Bosse, wäre das falsche Signal. Und wer um das spätestens seit Sommer 2018 stark abgekühlte, belastete Verhältnis zwischen Preetz und Dardai weiß, kann sich eine solche Personalie und eine neuerliche Zusammenarbeit zwischen beiden nicht mal mit sehr viel Phantasie vorstellen.

Steffen Rohr

So lange laufen die Verträge der Bundesliga-Trainer