Bundesliga

Diaby und Bayer: Ausrutscher auf der "Eisbahn"

Kritik an den Platzverhältnissen: "Absolute Katastrophe"

Diaby und Bayer: Ausrutscher auf der "Eisbahn"

Leverkusens Moussa Diaby

Keinen Stand und deshalb auch kein 2:1: Leverkusens Moussa Diaby. imago images

Es war ein Tor. Eigentlich. In der 68. Minute hatte Moussa Diaby nach Zuspiel von Kevin Volland Freiburgs Torwart Marc Flekken bereits umspielt und musste den Ball nur noch ins leere Tor schieben - doch dann rutschte der 19-jährige Franzose aus, der bei seinem Startelf-Debüt zuvor schon den 1:1-Ausgleichstreffer erzielt und auch sonst überzeugt hatte. Chance vertan.

Eine Szene, die nach der Partie natürlich für Nachfragen - und klare Antworte sorgte. So erklärte Peter Bosz, nachdem er zuvor die mangelnde Chancenverwertung kritisiert hatte ("Wir haben so viele große Torchancen gehabt. Die Dinger müssen einfach rein"), das rutschige Geläuf als Grund, weshalb der Werkself der potenzielle Siegtreffer verwehrt blieb. "Ich kann den Jungs nichts vorwerfen: Pech war da, Aluminium, Pech war auch da, als wir weggerutscht sind - sogar als wir am Torwart vorbei waren. Man darf nicht ausrutschen, aber auf diesem Platz ist das sehr schwierig, nicht auszurutschen. Deswegen war es am Ende 1:1", so der Niederländer, der sich nicht nur bei Diabys 100-prozentiger Gelegenheit benachteiligt sah.

Ich möchte nicht detailliert darauf eingehen, aber der Platz ist schon seit Saisonbeginn eine absolute Katastrophe.

Kerem Demirbay

"Wir haben alle gesehen: Nicht nur wir, sondern auch der Gegner ist konstant weggerutscht. Für eine Mannschaft, die von hinten aufbauen, den Ball schnell mit wenig Kontakten laufen lassen will, ist das schwieriger auf so einem Platz. Das ist nicht zu unserem Vorteil", analysierte Bosz das Problem, das nicht erst seit Samstag eines ist, wie die Worte von Kerem Demirbay verrieten. "Für mich ist der Platz eine absolute Katastrophe", urteilte Bayers Rekordeinkauf, der sich verbessert zeigte. Die genaue Problematik wollte Demirbay zwar nicht benennen, doch verriet er, dass das schon länger ein Thema ist, indem er anfügte: "Ich möchte nicht detailliert darauf eingehen, aber der Platz ist schon seit Saisonbeginn eine absolute Katastrophe."

Auch Streich kritisiert die Platzverhältnisse

In den Verdacht, schlechte Nicht-Gewinner zu sein, gerieten die Leverkusener nicht. Zum einen, weil sie sich wie auch Demirbay ("Dass Freiburg einen Punkt mit nach Hause nehmen darf, ist Wahnsinn. Wir haben den Gegner in Grund und Boden gespielt") das eigene Versagen im Abschluss erkannten. Zum anderen, weil auch Gäste-Trainer Christian Streich das Geläuf als spielschädigenden Faktor ausmachte - allerdings auch für sein Team. Dieses hätte nämlich fast schon in der 2. Minute einen Gegentreffer kassiert, weil Flekken ausgerutscht war, als er einen Abstoß kurz ausführen wollte und den Ball im Fallen unfreiwillig in die Richtung von Bayer-Stürmer Karim Bellarabi befördert hatte. Flekken setzte nach und spielte den Ball vor Bellarabi, so dass es indirekten Freistoß für Leverkusen gab, den Demirbay an die Latte setzte.

Eine Szene, die das Freiburger Spiel negativ beeinflusste: "Das Problem ist, der Platz ist eigentlich gut", erklärte Streich, dass der Rasen durchaus eben sei, "nur du rutschst die ganze Zeit. Das ist wie eine Eisbahn." Flekkens Ausrutscher sendete aus Streichs Sicht ein Signal der Verunsicherung: "Es war schlecht für uns, dass Mark das passiert ist. Weil so erfahren sind wir noch nicht: Da denkt de Innenverteidiger: Wenn ich jetzt den Ball kriege und die laufen an im Pressing und ich rutsche aus, dann machen die das Tor..."

Bayer schmerzen die Ausrutscher mehr

Doch am Ende konnten Streich und seine Profis aufgrund des Punktgewinns deutlich besser mit dem Resultat der Rutschpartie leben als Bosz, Diaby, Demirbay und Co. mit dem nächsten Ausrutscher auf dem angestrebten Weg in die Spitzengruppe.

Stephan von Nocks

Bilder zur Partie Bayer 04 Leverkusen - SC Freiburg