Demirbay fassungslos: "Das ist Wahnsinn"

Freiburg im Glück: "Wir müssen heute noch Lotto spielen"

Nicolas Höfler wird gefeiert

Des einen Freud, des anderen Leid: Freiburgs Nicolas Höfler wird für seine Rettungstat gefeiert, Nadiem Amiri kann es nicht glauben. imago images

"Das war ein durchaus glücklicher Punkt", sagte Freiburgs Sportdirektor Jochen Saier bei "Sky". "Leverkusen hatte eine Vielzahl an Hochkarätern. Wir hätten das Spiel auch verlieren können oder müssen, keine Frage. Eigentlich müssen wir heute noch Lotto spielen, dann haben wir gute Chancen." Ein bisschen habe sich das Team das Glück aber auch verdient. "Was die Jungs abgearbeitet haben und Dinge verteidigt haben, die aussichtslos waren, das ist großartig. Nur so ging es heute."

Gemeint war wohl das i-Tüpfelchen eines Nachmittags im Zeichen des Leverkusener Chancenwuchers in der 87. Minute: Nicolas Höfler und Dominique Heintz hatten sich auf der Torlinie in den Abschluss von Karim Bellarabi aus kürzester Distanz geworfen und damit den überfälligen Leverkusener Siegtreffer verhindert. Zuvor hatte Bellarabi bereits den Pfosten getroffen, Moussa Diaby das leere Tor verfehlt, Kevin Volland und noch einmal Diaby freistehend weitere 100-prozentige Gelegenheiten liegen gelassen.

Spielersteckbrief Flekken

Flekken Mark

Spielersteckbrief Demirbay

Demirbay Kerem

Ich wusste selbst nicht, dass es Freistoß gibt.

Mark Flekken

Seinen Anfang genommen hatte die Leverkusener Fehlschuss-Arie aber bereits in der 3. Minute auf kuriose Art und Weise: Freiburg-Torwart war Mark Flekken rutschte beim Abstoß aus und musste den Ball ein zweites Mal berühren, um den Gegentreffer durch den herannahenden Bellarabi zu verhindern. Die regeltechnische Konsequenz: Indirekter Freistoß für Leverkusen. "Ich wusste selbst nicht, dass es Freistoß gibt, weil es mir noch nie passiert ist", gab Flekken im Anschluss zu. "Ich rutsche aus, nehme noch ein bisschen Rasen mit und habe dann gedacht: 'Einfach nur weg!'"

Ob sich Flekken damit einen Platz im großen Jahresrückblick der Kuriositäten gesichert habe? "Es wäre nicht das erste Mal, dass ich das schaffe", meinte der Keeper und spielte dabei auf sein Gegentor im Februar 2018 an, als er im Dress des MSV Duisburg zur Trinkflasche griff und gar nicht mitbekam, dass Ingolstadts Stefan Kutschke in sein Tor traf. "Zum Glück geht es gut für uns aus", gab sich Flekken erleichtert. Der indirekte Freistoß von Kerem Demirbay landete schließlich an der Unterkante der Latte. Freiburgs Keeper konnte auch deshalb über sein Missgeschick lachen, weil er selbst gegen Volland und Diaby zwei Glanztaten zeigte und maßgeblich zur Leverkusener Verzweiflung beitrug.

Demirbay: "Wir haben den Gegner in Grund und Boden gespielt"

Dieser Verzweiflung machte Demirbay im Anschluss an die Partie deutlich Luft. "Dass Freiburg einen Punkt mit nach Hause nehmen darf - bei aller Liebe, das ist Wahnsinn. Wir haben den Gegner in Grund und Boden gespielt", haderte der Mittelfeldspieler und sprach von "zwei verlorenen Punkten." Dieser Ansicht war auch Trainer Peter Bosz: "Viel besser kann man gegen eine Mannschaft wie Freiburg eigentlich nicht spielen", analysierte der Niederländer, brachte aber das große Problem der Leverkusener auf den Punkt: "Die Dinger müssen einfach rein."

mib

Bilder zur Partie Bayer 04 Leverkusen - SC Freiburg