2. Bundesliga

Rehm über Videoschiedsrichter: "Die aktuelle Regelung nervt"

Wiesbaden gegen Kiel: Minutenlange Verzögerungen durch VAR-Eingriffe

Rehm über Videoschiedsrichter: "Die aktuelle Regelung nervt"

Rüdiger Rehm (M.)

Im Wartestand: Wehen Wiesbadens Coach Rüdiger Rehm (M.) bei einer der vielen Überprüfungen durch den VAR. imago images

Schäffler: "Das ist unfassbar scheiße"

Fast zwei Minuten lang musste Manuel Schäffler vor der Ausführung des Strafstoßes in der fünften Minute warten. Eine lange Zeit, die der Konzentration des Schützen kaum zuträglich ist. "Ganz ehrlich: Das ist unfassbar scheiße. Die unterhalten sich ewig, du weißt nicht, ob es den Elfmeter gibt oder nicht. Musst dich konzentrieren, dann wieder nicht mehr. Dann pfeift er auf einmal, ohne was zu sagen. Ich schaue ihn an und weiß gar nicht, was er denn jetzt von mir will", beschrieb der Wiesbadener die Szene aus seiner Sicht.

Letztlich gab es den gerechtfertigten Strafstoß und Schäffler verwandelte. Doch die Kommunikation zwischen Referee Thorben Siewer und seinem Video-Assistenten Alexander Sather war stark verbesserungswürdig. "Da geht der ganze Spielfluss verloren. Es weiß keiner mehr was passiert. Für den Schiedsrichter wird es immer schwieriger. Eine falsche Tatsachenentscheidung wird zwei Tage diskutiert, solche Situationen mit dem Video-Assistenten aber zwei Wochen", so Schäffler weiter.

Langsames Prozedere auch beim zweiten Strafstoß

Es dauerte nur knapp 20 Minuten, eher der Keller in Köln den zweiten Auftritt des Tages bekam. Diesmal auf der anderen Seite. Wiesbadens Jakov Medic bekam den Ball aus kurzer Distanz an die Hand gespielt. Doch bevor Alexander Mühling den Strafstoß verwandelte, musste auch er sich gedulden. Erneut war das Prozedere viel zu langsam. Der Strafstoß in dieser Situation zudem strittig.

Alle guten Dinge sind bekanntlich drei - das Sprichwort traf kurz darauf gleich doppelt zu: Drei Minuten nach dem letzten Eingriff meldete sich der VAR zum dritten Mal. Dabei war noch keine eine halbe Stunde gespielt. Auch der Treffer von Daniel Kyereh zum 2:4 (30.) bedurfte eine minutenlangen Überprüfung. Das Resultat: sieben Minuten Nachspielzeit in Hälfte eins.

Die aktuelle Regelung stört mehr als alles andere. Es nervt einfach, auch das Publikum. Es ist nicht tragbar, jedes Mal minutenlang zu warten.

Rüdiger Rehm

Beide Trainer waren sich nach Spielende einig, dass es Veränderungen in den Abläufen geben muss. "Wir sollten den Schiedsrichtern auf dem Platz mehr Verantwortung geben als in Köln. Und vor allem braucht es eine gescheite Regelung. Die aktuelle Regelung stört mehr als alles andere. Es nervt einfach, auch das Publikum. Es ist nicht tragbar, jedes Mal minutenlang zu warten", sagte Wiesbadens Coach Rüdiger Rehm. Kiels Ole Werner schloss sich seinem Kollegen an: "Das geht uns wie den Fans auch. Mehr Spielfluss und weniger Eingriff wäre schön. Lass das Ding laufen und vertraut auf den Schiedsrichter."

Moritz Kreilinger