Bundesliga

Beierlorzers Traumeinstand - Augsburg besiegt dezimierte Hertha

Flicks Bayern marschieren - Leipzig bleibt dran - Union schlägt Gladbach

Beierlorzers Traumeinstand - Augsburg besiegt dezimierte Hertha

Beierlorzer herzt Doppeltorschütze Kunde, die Augsburger jubeln das 4:0 gegen die Hertha.

Beierlorzer herzt Doppeltorschütze Kunde, die Augsburger jubeln das 4:0 gegen die Hertha. imago images

Traumeinstand für Beierlorzer trotz Baku-Rot

Achim Beierlorzer und Mainz 05 haben am Sonntagabend einen Einstand nach Maß gefeiert. Wurde dem Coach ein 1:2 gegen Hoffenheim mit den Kölnern noch zum Verhängnis, feierte der neue FSV-Trainer einen klaren 5:1-Auswärtssieg bei der TSG. Und diesen erarbeiteten sich die Rheinhessen sogar in Unterzahl, weil Baku noch vor der Halbzeitpause vom Platz flog. Nicht nur in der Schlussphase konnte sich Mainz auch bei Keeper Zentner bedanken. Nach ausgeglichener Anfangsphase sorgte Öztunalis platzierter Flachschuss bei den Hoffenheimern für Ernüchterung. Als der Mainzer Baku wegen eines Tritts gegen Rudy mit Rot (nach VAR) vom Platz flog, keimte bei den Kraichgauern neue Hoffnung auf, doch sie nutzten ihre Chancen nicht. Die Strafe folgte prompt: Erst fabrizierte Kaderabek ein kurioses Eigentor per Kopf, dann lief Kunde auf und davon und besorgte den dritten Mainzer Treffer. Zwar verkürzte Kramaric in der Schlussphase noch, dann zeigte sich FSV-Keeper Zentner bärenstark - Boetius und erneut Kunde machten mit dem 4:1 und 5:1 den Kantersieg perfekt.

Jarsteins doppelter Blackout - Augsburg zerlegt die Hertha

Am Sonntagnachmittag gewann der FC Augsburg gegen Hertha BSC mit 4:0 und schiebt sich an den Berlinern vorbei. Das Spiel war schon in der ersten Hälfte entschieden, als Herthas Keeper Jarstein das zwischenzeitliche 0:2 verschuldete und zusätzlich mit Rot vom Platz flog. Den Führungstreffer für die Schmidt-Elf hatte Linksfuß Max erzielt, dessen fieser Freistoß aus dem rechten Halbfeld ins lange Eck fiel. Mögliche Hoffnungen für die Covic-Elf beendete Hahn früh in der zweiten Halbzeit, als die Hertha mit Lukebakio den Weg nach vorne suchen wollte. Den Schlusspunkt zum 4:0 besorgte Niederlechner mit einem Schuss aus spitzem Winkel gegen den 20-jährigen Ersatzkeeper Dennis Smarsch, der eine bittere Bundesliga-Premiere erlebte.

Leipzig gibt sich keine Blöße gegen Köln - Doppelpack Forsberg

Am Samstagabend gaben die neuen Kölner Macher, Trainer Markus Gisdol und Sportvorstand Horst Heldt, ihren Einstand. Dieser misslang in Leipzig bei spielstarken Sachsen allerdings gehörig. Nach 37 Minuten lag der FC mit 0:3 zurück: Werner erzielte nach Hectors Patzer die 1:0-Führung, Forsberg vom Elfmeterpunkt und Laimer legten nach. RB ließ weitere Chancen aus und kassierte noch vor dem Seitenwechsel den Anschlusstreffer. Czichos köpfte eine Verstraete-Ecke ein - es war die einzige echte Chance der Kölner im ersten Abschnitt. Nach dem Seitenwechsel baute die Nagelsmann-Elf gleich wieder Druck auf, aber sie ließ reihenweise Chancen liegen, so dass die offensiv kaum auftauchenden Kölner im Spiel blieben. Ernsthaft gefährden konnte der FC das RB-Gehäuse jedoch nicht - Modeste köpfte freistehend drüber. Mit seinem zweiten Tor - einem gefühlvollen Freistoßschlenzer - machte Forsberg mit dem 4:1 den Deckel drauf. Die Leipziger überholen damit die Bayern und verteidigen Platz zwei.

Bayern in Torlaune - nur Lewandowski trifft erstmals nicht

Die Bayern bleiben unter Interimstrainer Hansi Flick weiter in der Erfolgsspur. Die Münchner siegten in Düsseldorf klar und gestalteten auch das dritte Spiel nach der Kovac-Trennung ohne Gegentor. Pavard mit einer minimalen Berührung, Tolisso und Gnabry schossen eine beruhigende 3:0-Halbzeitführung heraus. Nach dem Seitenwechsel hatten die Fortunen etwas mehr Spielanteile, doch ins Schwarze trafen nur die Münchner - Coutinho markierte den 4:0-Endstand, wodurch die Bayern erstmals ohne Lewandowski-Tor in dieser Spielzeit auskommen müssen. Die Bayern rücken dem Tabellenführer aus Mönchengladbach damit auf die Pelle - ein Zähler beträgt der Rückstand nur noch.

Ujah und Andersson ärgern Spitzenreiter Gladbach

Denn der Spitzenreiter Gladbach verlor überraschend beim Aufsteiger Union Berlin. Nachdem die Fohlen bei Herrmanns Lattentreffer etwas Pech hatten, schlugen die Eisernen kurz danach zu: Ujah nickte eine Flanke von Invartsen mustergültig zum 1:0 ein. Insgesamt war der Heimsieg der Berliner unter dem Strich verdient, da der Aufsteiger den Borussen offensiv so gut wie nichts gestatteten. In der Schlussphase markierte Andersson gegen die aufgerückten Gladbacher den 2:0-Endstand. Die Fischer-Elf aus Köpenick setzt sich mit dem Heimsieg ins Tabellenmittelfeld ab.

Leverkusener Chancenflut - 1:1 gegen Freiburg

Der Tabellendritte SC Freiburg erwischte in Leverkusen nach einer Schrecksekunde, als Demirbay nur die Latte traf, einen Start nach Maß - Höler nickte einen Günter-Eckball wuchtig ein. Ab dem Gegentor in der fünften Minute spielte aber nur noch die Bayer-Elf. Belohnt wurde sie trotz einer Vielzahl von Chancen im ersten Abschnitt aber nur einmal: Diaby zog mit links stramm ab und traf zum 1:1 für die Bosz-Elf. Auch nach dem Seitenwechsel war es - bis auf einige Konter der Breisgauer - nur ein Spiel auf ein Tor, doch die Leverkusener machten aus ihrer Chancenvielzahl zu wenig und mussten sich mit dem einen Punkt zufriedengeben.

Schalke abgebrüht nach Harits Kunstschuss - Bremen kriselt weiter

Wieder oben angekommen ist durch den 2:1-Auswärtssieg in Bremen auch der FC Schalke. Die Königsblauen jubelten dank Harit über die 1:0-Führung, der Offensivmann schlenzte die Kugel kunstvoll ins lange Eck. Die Schalker hatten im ersten Durchgang kaum Probleme mit der lauen Bremer Offensive und nutzten dagegen jeden Fehler der Werder-Defensive aus. Nach dem Seitenwechsel vertändelte Langkamp den Ball gegen Raman und der S04-Stürmer tunnelte Pavlenka zum 2:0. Zwar kamen die Norddeutschen durch Osakos Anschlusstreffer nochmals ran, doch auch mit Joker Pizarro sollte nichts Zählbares herausspringen. Durch die Niederlage verschärft sich die Lage an der Weser, wo die Kohfeldt-Elf seit acht Bundesliga-Partien auf einen Dreier wartet.

Zehn Wolfsburger jubeln in Frankfurt - Wiedwalds bitterer Patzer

Im Duell der beiden österreichischen Trainer Adi Hütter und Oliver Glasner setzten sich die Wolfsburger mit 2:0 in Frankfurt durch. In einer ausgeglichenen ersten Hälfte markierte Weghorst per Kopf den Führungstreffer für den VfL, der unmittelbar vor der Halbzeit durch Tisserands Ampelkarte dezimiert wurde. Frankfurt investierte in Überzahl mehr, doch Dosts Ausgleich zählte wegen Abseits berechtigterweise nicht. Als SGE-Keeper Wiedwald fatal patzte, bedankte sich Joao Victor für das Geschenk zum 2:0-Endstand.

Dortmund verschläft Durchgang eins - und spielt nur remis

Nach der 0:4-Abreibung in München erwischte Borussia Dortmund am Freitagabend gegen Paderborn einen denkbar schlechten Start - und lag schon zur Pause mit 0:3 zurück. Mamba (5., 37.) und Holtmann (43.) trafen für den Aufsteiger, der mit einfachen Mitteln den großen Favoriten, dessen Defensive phasenweise dilettantisch agierte, aber so richtig in Bedrängnis brachte. Zur Halbzeit gab es ein gellendes Pfeifkonzert, das weder Alcacer noch Paderborns Vasiliadis auf dem Platz erlebten - beide mussten frühzeitig verletzt raus. Favre brachte Hakimi und Hazard zum Seitenwechsel, und Sancho schenkte dem BVB mit dem schnellen 1:3 neue Hoffnung (47.). Das große Comeback schien nach Witsels Anschlusstreffer (84.) wieder möglich und wurde nach Reus' Tor in der Nachspielzeit zum 3:3 (90.+2) Realität. Dabei blieb es, was dem BVB ob der eigenen Ansprüche nicht reichen dürfte. Paderborn wartet weiter auf den ersten Auswärtssieg.