Bundesliga

Reus' Brandrede: "Man hat sich richtig geschämt"

BVB-Kapitän geht die Mannschaft an und verteidigt Favre

Reus' Brandrede: "Man hat sich richtig geschämt"

Marco Reus

"Wir müssen uns bei allen Leuten im Stadion entschuldigen": Marco Reus war nach dem 3:3 gegen Paderborn sichtlich bedient. imago images

"Wir müssen uns bei allen Leuten hier im Stadion entschuldigen für diese Leistung", begann Reus am "DAZN"-Mikrofon. Noch wenige Minuten zuvor hatte er seinem Team mit einem Kopfballtreffer zum 3:3 zumindest noch einen Punkt gesichert. Aber: "Mein Tor interessiert mich Null. Wir dürfen zu Hause nicht so auftreten, auf keinen Fall."

Keine Ahnung, was wir im ersten Durchgang fabriziert haben.

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Spielersteckbrief Reus

Reus Marco

Trainersteckbrief Favre

Favre Lucien

Besonders die erste Hälfte, in der sich Dortmund vom auswärts sieglosen Tabellenletzten aus Paderborn nach Strich und Faden hatte auskontern lassen und mit 0:3 zurücklag, veranlasste Reus zu deutlichen Worten: "Keine Ahnung, was wir im ersten Durchgang fabriziert haben. Man hat sich richtig geschämt für die Zuschauer. So dürfen wir nie, nie wieder auftreten. Das war richtig bitter." Oder kurz gesagt: "Das war absolute Scheiße."

Und das nur ein Spiel nach der 0:4-Pleite in München. "Das Bayern-Spiel war gar nicht mehr in unserem Kopf", gab Reus an. "Wir haben es analysiert, aber das bringt uns alles nichts. Wir müssen schauen, dass wir uns in das Spiel und in die Zweikämpfe reinbeißen. Das haben wir in der ersten Hälfte gar nicht getan. Wir wussten gar nicht, wie wir richtig pressen sollen. Darüber müssen und werden wir sprechen", kündigte Reus an.

Reus verteidigt Favre: "Er stellt uns super ein"

Harte Worte, die als Trainerkritik verstanden werden könnten. Doch den zuletzt medial angezählten Coach Lucien Favre nahm der 30-Jährige aus der Schussbahn. "Der Trainer stellt uns jedes Mal super ein. Wir sind dafür verantwortlich, unsere Leistung. Das zeigen wir momentan überhaupt nicht", so Reus. "Da muss sich jeder an seine eigene Nase fassen. Wir müssen noch enger zusammenrücken und zusammen verteidigen. Das passt bei uns zurzeit überhaupt nicht. Darüber müssen wir reden, nicht über den Trainer."

Kuriose Randnotiz: Zum ersten Mal lag Dortmund unter Favre in einem Heimspiel zu keinem Zeitpunkt in Führung. Letztmals einen Heimsieg gegen einen Tabellenletzten hatten die Schwarz-Gelben vor über fünf Jahren verpasst, damals noch unter Jürgen Klopp im Herbst 2014 (0:1 gegen den Hamburger SV). Und nun? Wartet am Mittwoch (21 Uhr, LIVE! bei kicker.de) nicht der SC Paderborn, sondern der FC Barcelona - auswärts im Camp Nou. Dann gilt für die Borussia wohl einer der Sätze, die Reus bei "DAZN" mehr als einmal aussprach: "Wir müssen zusehen, dass wir es wieder auf den Platz kriegen."

mib

Bilder zur Partie Borussia Dortmund - SC Paderborn 07