Bundesliga

Christian Streich warnt vor "gnadenlosem Gegenpressing"

SC-Trainer lobt Leverkusens Laufbereitschaft

Streich warnt vor "gnadenlosem Gegenpressing"

Christian Streich

Gastiert mit seiner Mannschaft bei Bayer Leverkusen: SC-Trainer Christian Streich. imago images

Die Werte waren etwas überraschend. Die Freiburger sind in den bisherigen Spielen einige Kilometer weniger gelaufen als in der vergangenen Saison, sind aber deutlich erfolgreicher. Sie hätten viele unnötige Wege gemacht und außerdem zu oft dem Ball hinterher rennen müssen, erklärten Trainer und Spieler. Die gesunkene Laufleistung sei deshalb eher ein Zeichen für eine cleverere Spielweise und weniger Fehler und deshalb als Fortschritt und nicht als Rückschritt zu sehen.

Dass der kommende Gegner Leverkusen weiterhin an der Spitze dieser Statistik zu finden ist, ist für Christian Streich hingegen ein positives Zeichen. "Wenn du Spieler hast mit so einer fußballerischen Qualität, und die trotzdem so viel marschieren, muss charakterlich einiges stimmen", erklärte der SC-Coach, der in dieser Hinsicht zwei Spieler besonders hervorhob: "Sven und Lars Bender können etwas einbringen, was für eine Mannschaft Gold wert ist. Mit was sie alles zu kämpfen hatten, und was sie für eine Karriere gemacht haben, sie waren nicht selten verletzt - aber nicht selten wegen ihrem Einsatz."

Dass Bayer derzeit in der Tabelle hinter dem Sport-Club zu finden ist, führt Streich unter anderem darauf zurück, dass sie auch in der Champions League spielen. "Das ist der Unterschied zu uns und anderen Vereinen, die unter der Woche keine Aufgaben haben." Auch der zwischenzeitliche Ausfall von Charles Aranguiz habe wahrscheinlich eine Rolle gespielt. "Jede Mannschaft hat Spieler, die schwer zu ersetzen sind, Aranguiz ist aus meiner Beobachtersicht so ein Spieler, mit allem was er einbringt - fußballerisch, Mentalität, Zweikampfverhalten", sagte der SC-Trainer, "der ist jetzt wieder da, ich hätte es lieber gehabt, er hätte nicht gekickt, aber ich bin natürlich froh, dass er nicht mehr verletzt ist."

Streichs Forderung: "Nicht zu viel nachdenken"

Leverkusen habe insgesamt eine gute Mischung und werde den SC ernst nehmen. "Unterschätzen werden sie uns nicht, dafür wird nicht nur der Trainer, sondern auch die Bender-Brüder sorgen - das habe ich schon im kicker gelesen", berichtete Streich, der seine Spieler vor allem auf das "gnadenlose Gegenpressing" der Leverkusener einstellte. Der SC sei jedoch schon "in ganz anderer Situation nach Leverkusen gefahren". Nach 21 Punkten aus den ersten elf Spielen fordert er von seiner Mannschaft: "Wir müssen weiter machen und nicht zu viel nachdenken."

Vor allem sollten die Freiburger nicht die Statistik der vergangenen Spiele im Hinterkopf haben. Gegen Leverkusen haben sie schon seit vier Spielen kein Tor mehr erzielt. Zuletzt traf Janik Haberer beim 1:1 im Dezember 2016 in Leverkusen mit seinem ersten Bundesligator. Der Mittelfeldspieler wird nach abgesessener Gelb-Sperre am Samstag wieder dabei sein.

Daniela Frahm