Release von Reforged rückt näher

WC3-Entwickler: Fokus auf Gamedesign statt eSport

Orcs, Menschen, Nachtelfen und Untote - bald betritt WarCraft 3 Reforged die Bühne

Orcs, Menschen, Nachtelfen und Untote - bald betritt WarCraft 3 Reforged die Bühne. Blizzard

StarCraft II ist das unangefochtene Nonplusultra in der eSport-Szene der Echtzeitstrategie. Kein anderer Titel erreicht in diesem Genre mehr Spieler- und Zuschauerzahlen. Kann WarCraft Reforged daran anknüpfen? "Wir haben aktuell keine konkreten Pläne für den eSport-Bereich. Unser Job ist, dass das Spiel und die Einheiten Spaß machen", sagt Matt Morris, der sich trotz aller Zurückhaltung persönlich ein Finalspiel auf der nächsten BlizzCon wünscht.

Verhalten reagiert Morris auch auf die Frage, ob Reforged dem Genre zu altem Ruhm verhelfen kann. "Als großer RTS-Fan würde ich das natürlich gerne sehen", sagt er. Im Entwicklungsteam habe man schon darüber philosophiert, wie es wohl wäre, wenn die ganzen alten Spieler zurückkehrten. "Es ist aber kein zentraler Gedanke von uns." Sein Kollege Michael Scipione, zuständig für die Balance-Patches, erklärt ergänzend, dass Blizzard der bereits existierenden kompetitiven Szene "sehr viel Aufmerksamkeit" schenke. "Wir wollen das Spiel so interessant wie eben nur möglich machen", sagt er und deutet an, vornehmlich durch Gamedesign den Wettbewerb mitgestalten zu wollen.

Skins sind Thema

RTS-Titel gehören zu den herausforderndsten Spielen. Dessen sind sich auch die Entwickler bewusst und möchten deshalb auch Schritte auf weniger versierte Echtzeitstrategen zugehen. Eine zentrale Rolle nehmen laut Morris und Scipione die Kampagne und der Team-Modus ein. Reforged integriert zudem ein neues Matchmaking-System, wie es StarCraft II-Spieler schon kennen. Wählt man eine neue Rasse, verwendet das System dafür ein separates Matchmaking. So seien sie nicht gleich überfordert und können ihre neuen Einheiten auf niedrigerem Level austesten. Kleine Veränderungen wie beispielsweise die besser zusehende Mana-Leiste sollen ihren Teil zum anfängerfreundlichen Spielen beitragen.

Zudem könnten auch Skins und andere Ingame-Belohnungen Einzug ins Spiel halten, um die Community zu animieren. Trotz der großen Konkurrenz von Free-to-Play-Titeln glauben die Entwickler weiterhin an die Magie der Customgame-Sektion, also dem benutzerdefinierten Modus. Dieser war ein Garant für den Erfolg von WarCraft 3 und Geburtsstätte des MOBA-Genres. "Der Custom-Modus wird auch in WarCraft 3 einen wichtigen Stellenwert haben", sagt Morris. Blizzard werde der Community mehr Möglichkeiten bieten, damit diese auch in Reforged launige Mini-Games und Karten kreiert.

Lars Becker