Int. Fußball

Juve-Trainer Maurizio Sarri verzichtet komplett auf Cristiano Ronaldo

Superstar von Juventus wird geschont

Nach zwei Auswechslungen: Sarri verzichtet komplett auf Cristiano Ronaldo

Cristiano Ronaldo (links) spielt bei Juventus.

Zweimal von Juve-Trainer Maurizio Sarri ausgewechselt - und nun komplett aus dem Kader genommen: Cristiano Ronaldo. imago images

Offiziell plagt sich Cristiano Ronaldo seit Oktober und einem im Training erlittenen Schlag mit "einem lädierten Knie" herum, wie es Juve-Trainer Maurizio Sarri schon vor Wochen formuliert hatte: "Um das zu kompensieren, belastet er deswegen den Adduktor stärker. Er ist aktuell nicht wirklich in guter Verfassung."

Die Konsequenz: Der Turiner Coach hatte CR7 zunächst in der Champions League bei Lokomotive Moskau beim Stand von 1:1 in der 81. Minute ausgewechselt (erste CL-Auswechslung seit Februar 2016; Juve gewann 2:1), ehe er auch beim folgenden Serie-A-Spiel gegen Milan bereits in der 55. Minute durchgriff und Cristiano Ronaldo durch 1:0-Matchwinner Paulo Dybala ersetzte. In seiner Karriere war der 34-jährige Fließbandtorschütze bis dato erst einmal früher ausgetauscht worden, anno dazumal 2002 (!) in der 54. Minute. In der Folge hatte er höchstens in den Schlussminuten den Platz verlassen, um sich feiern zu lassen.

Hier also, beim knappen Erfolg über die Rossoneri, erwischte es ihn in Minute 55 - und so marschierte der Portugiese nach seiner Herunternahme sichtlich angefressen an seinem Trainer vorbei in die Katakomben, verließ das Stadion offenbar auch noch wenige Minuten vor Abpfiff. Sarri im Anschluss: "Ich habe kein Problem mit ihm. Man sollte ihm dankbar sein, dass er sich zur Verfügung gestellt hat, obwohl er nicht in der besten Verfassung ist. Das alles beeinträchtigt aber seine Leistung."

Vier Tore, eine Erklärung und Sarris nächste Entscheidung

Es folgte die Länderspielpause, in der sich Cristiano Ronaldo ganz und gar nicht schonte - sondern mit Portugal das EM-Ticket noch lösen wollte. Gesagt, getan: Der Kapitän führte den amtierenden Europameister sowie Nations-League-Sieger mit eigenen vier Treffern zu zwei Siegen und steht nun bei 99 Länderspieltoren in 164 Einsätzen.

Cristiano Ronaldo hat für Portugal während der Länderspielpause mit vier Toren geglänzt.

Gute Laune: Cristiano Ronaldo hat für Portugal während der Länderspielpause mit vier Toren geglänzt. imago images

Im Anschluss stellte sich CR7 den Medien zu einem Interview, was eigentlich fast nie passiert. Seine gewählten Worte: "Seit drei Wochen spiele ich angeschlagen. Es gefällt mir nicht, ausgewechselt zu werden, aber ich spiele angeschlagen und habe einfach versucht, Juve zu helfen. Ich verstehe die Auswechslungen, ich war nicht gut. In den beiden Spielen für Portugal war ich auch nicht bei 100 Prozent." Er habe in seiner Laufbahn eigentlich "nie schwere Verletzungen gehabt, bin es gewohnt, 50 oder 60 Spiele zu machen. Aber ich habe aktuell einfach Beschwerden, die es verhindern, bei 100 Prozent zu sein." Die große Unbekannte hätte es seiner Meinung nach nicht gebraucht ("Einer hätte es erklären sollen - der Trainer oder einfach ich selbst").

Coach Sarri hat in jedem Fall erneut und sicherlich mit Cristiano Ronaldo zusammen eine neue Entscheidung getroffen: Der Offensivmann wird der Alten Dame beim Serie-A-Spitzenspiel in Bergamo am Samstag (15 Uhr, LIVE! bei kicker.de) fehlen, er wird geschont, steht nicht im Kader.

Man muss dann warten, bis die Wut abkühlt.

Juve-Trainer Maurizio Sarri über nach Auswechslungen frustrierte Spieler

Der Portugiese werde "zu 99 Prozent nicht zum Einsatz kommen", so Sarri bei der Pressekonferenz in Turin am Freitag vor dem Duell mit dem erneut besten Angriff der Liga (30 Tore), der der Alten Dame außerdem in der vergangenen Saison zwei Remis abgetrotzt und Juve auch noch aus dem Pokal geworfen hatte. "Beim ersten Spiel mit der portugiesischen Nationalelf ist es Ronaldo besser gegangen, beim zweiten hatte er wieder Probleme. Wir bemühen uns, das in den Griff zu bekommen. Ziel ist es, dass er in der Champions League gegen Atletico Madrid (Dienstag; Anm.d.Red.) wieder dabei ist." Und so absolviert der frühere Star von Real Madrid, der in dieser Spielzeit für die Bianconeri bislang auf sechs Tore in 14 Pflichtspielen kommt, lieber ein Spezialtraining.

Sarri dementierte derweil noch Berichte von etwaigen Meinungsverschiedenheiten mit CR7. Es bedürfe keiner Klärung mit dem Spieler, betonte der Juve-Coach. Sarri erklärte, er kenne die Reaktion ausgewechselter Spieler: "Man muss dann warten, bis die Wut abkühlt."

mag

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