Bundesliga

Alte Försterei soll auch für Gladbach uneinnehmbar werden

Union: Erinnerungen an 2001 interessieren nur die Fans

Alte Försterei soll auch für Gladbach uneinnehmbar werden

Union-Coach Urs Fischer hütet sich "davor, aus der Vergangenheit Geschichten zu erzählen".

Union-Coach Urs Fischer hütet sich "davor, aus der Vergangenheit Geschichten zu erzählen". imago images

In den sozialen Netzwerken mit Bezug zum 1. FC Union Berlin läuft ein Video aus dem Frühjahr 2001 seit Tagen rauf und runter. Es zeigt Ausschnitte aus dem inzwischen längst legendären DFB-Pokal-Halbfinale zwischen Union und Borussia Mönchengladbach, das der damalige Drittligist Union gegen die seinerzeit in der 2. Bundesliga spielende Borussia bei eigentlich unmöglichen Platzverhältnissen im Elfmeterschießen (4:2, 2:2 nach Verlängerung) gewann. Bei Union verwandelte Ronny Nikol den entscheidenden Strafstoß, bei den Gladbachern versagten u.a. dem heutigen Sportchef Max Eberl vom Punkt die Nerven.

Das war vor fast 19 Jahren eine Riesensensation. Wenn Union am Sonnabend (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker.de) im ersten Aufeinandertreffen in der 1. Bundesliga erneut triumphieren könnte, wäre das zumindest eine große Überraschung.

Trainer Urs Fischer will das historische Pokalvideo aber nicht als Motivationshilfe verwenden. "Wenn ich über etwas von vor fast 20 Jahren spreche, kommt das nicht gut an. Die Jungs wollen das nicht hören. Es ist viel Zeit vergangen", sagte Fischer. "Ich hüte mich eigentlich davor, aus der Vergangenheit Geschichten zu erzählen. Ich lebe lieber in der Gegenwart. Es gibt genügend Argumente, trotzdem ein erfolgreiches Spiel zu bestreiten."

Die Alte Försterei als Festung

Dazu zählt sicher die jüngste Erfolgsserie der Eisernen. Von den letzten fünf Pflichtspielen konnte der Aufsteiger vier gewinnen. In der Bundesliga erwies sich das Stadion An der Alten Försterei, das am Samstag erneut mit 22.012 Besuchern ausverkauft sein wird, im Herbst durchaus als Festung. Der SC Freiburg (2:0) und Hertha BSC (1:0) konnten jeweils ohne Gegentreffer niedergerungen werden.

Die neue alte Heimstärke soll auch Mönchengladbach zu spüren bekommen. Allerding stehen nicht alle Kaderkandidaten zur Verfügung. Der defensive Mittelfeldmann Robert Andrich sah vor der Länderspielpause in der Begegnung beim 1. FSV Mainz 05 (3:2) die 5. Verwarnung. Kandidaten, ihn zu ersetzen, seien Fischer zufolge Felix Kroos und Manuel Schmiedebach.

Passen müssen auch die Offensivspieler Suleiman Abdullahi und Joshua Mees. Abdullahi konnte nach seiner Kopfverletzung im Freundschaftsspiel gegen den Zweitligisten Holstein Kiel (3:0) noch nicht mit der Mannschaft trainieren. Mees ist nach Adduktorenproblemen, die ihn vor der Partie in Mainz ereilten, noch nicht voll belastbar. Die Langzeitverletzten Grischa Prömel (Knieverletzung) und Akaki Gogia (Kreuzbandriss) sind weiterhin in der Reha.

Die EM-Fahrer Christopher Trimmel und Sebastian Andersson kehrten dagegen gesund von ihren Länderspielreisen mit Österreich beziehungsweise Schweden nach Köpenick zurück.

Matthias Koch

Die Liga im Herbst-Vergleich: Gladbach nur knapp besser als 2018