Bundesliga

Gentner genießt "auch den Blödsinn"

Routinier möchte die Karriere "ausreizen"

Gentner genießt "auch den Blödsinn"

Christian Gentner hat bei Union Berlin noch viel Spaß am Job.

Christian Gentner hat bei Union Berlin noch viel Spaß am Job. imago images

Nach dem Abstieg mit dem VfB Stuttgart in der vergangenen Saison schloss sich Gentner Union Berlin an - also dem Klub, gegen den er mit dem VfB in der Relegation gescheitert war. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten bei und mit dem Bundesliga-Neuling aus Köpenick zeigte sich der Routinier - wie auch Union insgesamt - zuletzt mit ansteigender Form. Eine Entwicklung, die dem 34-Jährigen gefällt und offenbar Lust auf mehr gemacht hat.

Gentner ist "optimistisch, dass ich meine Karriere fortsetze"

"Ich bin sehr froh, wie es bislang läuft, dass ich bestätigt habe, was ich mir vor der Saison erhofft hatte, was wir in den Gesprächen auch angedacht hatten, dass ich eine wichtige Rolle nicht nur außerhalb des Platzes, sondern vor allem auf dem Platz spielen kann", sagte Gentner und ergänzte: "Ich bin froh, dass mir mein Körper signalisiert, dass es noch geht. Das ist auch das, was mich momentan optimistisch stimmt, dass ich meine Karriere auch über den Sommer fortsetze."

Im Sommer unterschrieb Gentner laut Angaben der Eisernen einen Einjahres-Vertrag. Gespräche über eine Ausdehnung der Zusammenarbeit habe es - zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison - noch nicht gegeben, und geplant sei in der Hinsicht auch noch nichts. "Es gibt keinen Fahrplan", berichtete Gentner, sagte aber auch: "Union ist der erste Ansprechpartner, sofern das von Vereinsseite auch angedacht ist."

Gentner: "Es macht mir momentan noch total Spaß, es tut mir gut"

Nach seiner aktiven Karriere möchte der Mittelfeldspieler, der 2007 mit Stuttgart und 2009 mit dem VfL Wolfsburg Deutscher Meister wurde, in seine schwäbische Heimat zurückkehren, gerne beim VfB einsteigen. Nach Lage der Dinge könnte es aber noch eine Weile dauern, bis es so weit ist. Zwar wolle er nicht den richtigen Zeitpunkt für das Karriereende verpassen, "aber ich möchte es auch ausreizen, weil die aktive Karriere etwas ist, was nicht wiederkommt", sagte der älteste Profi im Union-Kader und erklärte: "Es macht mir momentan noch total Spaß, es tut mir gut. Ich bin nicht genervt, morgens aufzustehen und zum Training zu gehen, sondern ich genieße es, auch die Atmosphäre in der Kabine, auch den Blödsinn, der gesprochen wird. Da bleibst du auch jung."

Weiter geht es auf seinem Karriereweg am Samstag, wenn Borussia Mönchengladbach in Köpenick gastiert (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker.de). Der Aufsteiger gegen den Spitzenreiter, das klingt nach einer klaren Sache. Für den Favoriten. Aber: Union stürzte am 3. Spieltag den damaligen Tabellenführer Borussia Dortmund (3:1) vom Thron, fuhr zuletzt drei Pflichtspielsiege in Serie ein, gewann vor eigenem Publikum jüngst gegen Freiburg (2:0) und im Derby gegen Hertha (1:0). "Wir haben schon ein paar Mal erlebt, was an der Alten Försterei möglich ist. Das erhoffen wir uns auch jetzt wieder", sagte Gentner. In seinem 388. Bundesligaspiel wird er entweder die 150. Niederlage, das 87. Unentschieden oder aber den 153. Sieg erleben.

Jan Reinold

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