75-Jähriger bewundert Havertz und Rose

Netzer bewundert Havertz und hat Zweifel an Gladbach

Günter Netzer

Geschätzt und gefragt: Günter Netzer. imago images

Deutschland hat sich letztlich klar und vorzeitig für die EM 2020 qualifiziert, allerdings zeigte das Team von Bundestrainer Joachim Löw auch immer mal wieder Schwächen. Für Netzer ist das kein Problem, denn: "In dieser Phase war es wichtig, die Qualifikation zu schaffen, die Spieler zu sichten, sie zu sehen, ihnen Chancen zu geben, gute Leistungen zu bringen", sagte der Welt- und Europameister vor dem EM-Qualifikationsspiel am Dienstagabend gegen Nordirland in der VW Media Lounge in Frankfurt.

"Unseriöse" Prognosen und Lob für Havertz

Mit Blick auf das Endturnier ist Netzer nicht angst und bange, allerdings sei es "unseriös", zum jetzigen Zeitpunkt Prognosen abzugeben. Lob gab es für Toni Kroos, der beim 4:0 gegen Weißrussland mit zwei Toren geglänzt hatte. "Er hat getan, was er tun muss in seiner Position. Er muss vorangehen", meinte Netzer, der auch verriet, dass er große Stücke auf Kai Havertz hält. Dieser "ist ein Spieler, den man bewundern muss, wenn man den Fußball versteht ", so Netzer über den 20-jährigen Leverkusener: "Er hat eine Spielauffassung wie kaum ein anderer. Ich hoffe, er hat das richtige Umfeld, dann wird er bestimmt ein großer Spieler."

Einen Vergleich mit sich selbst lehnt Netzer aber ab - und das nicht ohne Grund: "Ich bin immer dagegen, generationsübergreifend Spieler miteinander zu vergleichen. Es war damals eine andere Zeit, von den Mannschaften und Spielern waren andere Dinge gefragt."

Die Bayern sind noch nicht richtig wach und Dortmund wird noch kommen.

Günter Netzer zum Meisterrennen in der Bundesliga

Mit Blick auf die Bundesliga dürfte Netzer durchaus wohlwollend die Tabelle betrachten, immerhin führt sein Ex-Klub Borussia Mönchengladbach das Tableau an. Dass dies auch nach dem 34. Spieltag der Fall sein wird, stünde jedoch auf einem anderen Blatt.

"Die Mannschaft macht einen besseren Eindruck. Der Trainer scheint ein wirklich guter zu sein, sie haben auch gute Einkäufe getätigt. Aber es ist erst ein Drittel der Saison gespielt, die Bayern sind noch nicht richtig wach und Dortmund wird noch kommen", zeigte sich Netzer durchaus pessimistisch im Hinblick auf das Meisterrennen. Optimistisch macht ihn indes Gladbachs Trainer Marco Rose, "der kein Aufheben um sich macht, der sich als Arbeiter sieht und das Umfeld beruhigt".

drm