Am Gladbacher Profi-Debüt hauchdünn vorbeigeschrammt

Lenz: "In Gladbach war ich noch nicht so weit"

Christopher Lenz

Trifft mindestens drei alte Gladbacher Weggefährten: Christopher Lenz. imago images

Zwischen 2012 und 2016 war Lenz für die Fohlen aktiv, kam damals erst in der U 19 und dann in der Regionalliga-Vertretung der Borussia zum Einsatz. Auch heute noch schaut er deshalb "immer mit einem Auge drauf, was sie so machen. Einige Jungs kenne ich ja auch noch", sagte Lenz vor Unions Heimspiel gegen Gladbach gegen ehemalige Weggefährten wie Lars Stindl, Tony Jantschke oder Oscar Wendt.

109 Spiele für Borussias Reserve

109 Partien in der Regionalliga West absolvierte Lenz für Gladbach, hinzu kommen zwei Aufstiegsspiele zur 3. Liga (Saison 2014/15, 0:0 und 0:2 n.V. gegen Werder Bremen II). Zu einem Einsatz bei den Profis reichte es für den Youngster damals nicht.

Einmal sei er nah dran gewesen, als Oscar Wendt verletzt und Filip Daems krank waren. "Ich habe Montag bis Donnerstag bei den Profis trainiert. Danach war Daems wieder gesund, dann bin ich wieder in die Zweite gerückt", erinnerte sich Lenz und ergänzte: "Ich habe damals eventuell auch gemerkt, dass ich beim Trainer nicht ganz so die Aufmerksamkeit bekommen habe, die ich gerne gewollt hätte, damit ich vielleicht eine Chance bekomme. Vielleicht hat es zu dem Zeitpunkt aber auch nicht gereicht und ich war noch nicht so weit."

Erst in dieser Saison kam er - bei Union - zu seinem Bundesliga-Debüt. Dennoch wirkt seine Zeit am Niederrhein bis heute unübersehbar nach, fährt Lenz doch nach wie vor mit einem Mönchengladbacher Auto-Kennzeichen durch die Gegend. "Ich habe damals dort meinen Führerschein gemacht, zu dem Zeitpunkt mein Auto gekauft, das dort angemeldet und dann das Kennzeichen behalten, weil ich es eigentlich ganz witzig finde. Ich kann hier in Berlin auch falsch fahren - und mich guckt keiner an. Da kann ich auf blöd machen", erzählte der Außenverteidiger mit einem Lachen.

Vor dreieinhalb Jahren kam der bei Hertha BSC ausgebildete Lenz zurück in die Hauptstadt, schloss sich allerdings Union an. Nach einer Ausleihe zu Holstein Kiel (Januar 2017 bis Juni 2018) und einer Saison als Backup von Ken Reichel hat er sich in dieser Spielzeit zum Stammspieler bei den Eisernen entwickelt.

"Auch wir haben Qualität"

Sollte nichts Unvorhergesehenes passieren, wird er daher auch am Samstag gegen Gladbach (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker.de) in der Startelf des Bundesliga-Neulings stehen, der sich auch gegen den Tabellenführer etwas ausrechnet. "Ich glaube, dass uns eine sehr wuchtige, laufstarke und pressingbereite Mannschaft erwartet. Wir wissen um ihre körperliche Robustheit, sie haben vorne genauso Qualität wie hinten", sagte Lenz einerseits. Andererseits betonte er aber auch: "Auch wir haben Qualität."

Jan Reinold

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