Bundesliga

Davy Klaassen: Keine Angst vor Abstiegskampf

Augustinsson-Comeback gegen Schalke?

Klaassen: Keine Angst vor Abstiegskampf

Davy Klaassen

Werder Bremens Mittelfeldmann Davy Klaassen hat keine Angst vor dem Abstiegskampf. imago images

Auf die potenziell heikle Frage, wie er angesichts des "Flugreise-Verbots" von Trainer Florian Kohfeldt für die Bremer Profis eigentlich sein freies Wochenende verbracht habe, antwortete der Niederländer während einer Medienrunde am Dienstag mit todernster Miene: "Ich war in Dubai..." Die Zuhörer stutzten - um erst gemeinsam mit Klaassen in schallendes Gelächter auszubrechen. Eine gelungener Gag des 26-Jährigen, der die Länderspielpause tatsächlich wie gewohnt zur unproblematischen Heimreise nach Amsterdam genutzt hatte.

Zünden müssen am Samstag gegen Schalke freilich nicht die verbalen Pointen, sondern nach sieben Spielen ohne Sieg endlich auch mal wieder die fußballerischen Aktionen der Grün-Weißen. "Die Bedeutung der Partie", weiß auch Klaassen, "ist vielleicht noch etwas höher als sonst, weil von außen noch mehr Fokus darauf liegt." Zumindest beim Blick auf die Tabelle ist aktuell schließlich Abstiegskampf angesagt für Werder. Auch wenn die Beteiligten selbst diesen Begriff tunlichst meiden bzw. anders definieren als außenstehende Beobachter. Klaassen sagt zu diesem Thema: "Davor haben wir keine Angst. Wir sind auf einem guten Weg, oft gleichwertig oder sogar besser als der Gegner. Es sind Kleinigkeiten, die wir ändern müssen, um am Ende mehr Punkte zu haben."

"Die Atmosphäre ist nach wie vor gut"

Beispielsweise das Defensivverhalten bei Standards, das in dieser Woche täglich auf dem Trainingsprogramm steht. "Unsere Ordnung ist eigentlich immer gut", erklärt Klaassen, "doch wir müssen auch am Mann bleiben. Das sind die Kleinigkeiten, die wir meinen. Wir stehen gut - aber wenn der Ball ins Tor fliegt, haben wir doch etwas nicht richtig gemacht."

Trotz des bislang enttäuschenden Abschneidens sei der Teamgeist jedoch intakt, betont der Mittelfeldspieler: "Die Atmosphäre ist nach wie vor gut. Das ist unsere Stärke, wie wir mit Einzelnen umgehen, die Fehler machen. Es ist wichtig, kritisch zu sein, aber auch zu unterstützen. Alle machen Fehler, wir halten alle zusammen." Zu den "Kleinigkeiten", die zuletzt beim 1:3 in Gladbach schiefgingen, zählte auch Klaassens verschossener Foulelfmeter, bereits der zweite in der laufenden Spielzeit. Bei nächster Gelegenheit, so die allgemeine Annahme, dürfte Milot Rashica schießen. Klaassen berichtet, das Thema mit Kohfeldt besprochen zu haben, aber noch ohne konkretes Ergebnis: "Wir haben nichts festgelegt."

Augustinssons mögliches Saisondebüt

Doch lässt der Vizekapitän durchblicken: "Vielleicht schießt beim nächsten Mal jemand anders. Für mich ist egal, wer schießt - solange der Ball reingeht." Eine personelle Änderung könnte sich derweil auch bei der Startaufstellung abzeichnen. Ludwig Augustinsson absolvierte nach überstandener Knieverletzung am Dienstag das komplette Mannschaftstraining, mischte sogar beim intensiven Kleinfeldspiel voll mit. Hält der Linksverteidiger die ganze Woche durch, wird er gegen Schalke wohl sein Saisondebüt feiern und den zuletzt wackligen Marco Friedl ablösen.

Thiemo Müller

Die Liga im Herbst-Vergleich: Gladbach nur knapp besser als 2018