Entscheidung drei Monate nach der Gruppenauslosung

Kompliziert und fragwürdig: So werden die letzten vier EM-Tickets vergeben

Nations League

Kompliziert: Die letzten vier EM-Tickets werden über das Abschneiden in der Nations League vergeben - irgendwie. imago images

Die vier Gruppensieger jeder Nations-League-Staffel (A, B, C, D) spielen einen weiteren EM-Teilnehmer aus. So weit, so gut. Kompliziert wird es, wenn ein Nations-League-Gruppensieger sich bereits über die reguläre EM-Qualifikation für die Endrunde qualifiziert hat. Dann rutschen weitere Teams nach. Das führt zu der sportlich fragwürdigen Situation, dass selbst Nations-League-Gruppenletzte noch eine Chance erhalten können.

Oder gar Teams aus einer unteren Liga. Denn angesichts des seit 2016 auf 24 Teams aufgeblähten EM-Teilnehmerfeldes ergibt es sich, dass von den 16 Mannschaften der Nations-League-Liga A fast alle bereits qualifiziert sind. Genauer gesagt: alle bis auf Island! Auch aus der Nations-League-Liga B schaffte es fast die Hälfte zur EURO 2020.

Hinzu kommt: Gruppensieger können nicht in eine Play-off-Gruppe kommen, in der sich Mannschaften aus einer höheren Liga befinden. Somit rücken dann schlechter platzierte Teams auf (Kriterium ist hierbei das Nations-League-Ranking der UEFA). Pro Play-off-Pfad soll laut UEFA zudem möglichst maximal einer der zwölf EURO-Gastgeber spielen.

Die Play-offs, die nicht wie bislang gewohnt in Hin- und Rückspiel, sondern in nur einer Partie entschieden werden, finden Ende März 2020 statt. Im Halbfinale (26. März) treffen das höchstplatzierte Team eines jeden Weges auf das viertplatzierte sowie das zweit- auf das drittplatzierte. Das höher platzierte Team hat jeweils Heimrecht. Die Gastgeber der Play-off-Finals werden am Freitag (22. November) ausgelost.

So stellen sich die Wege vor den abschließenden Spielen der EM-Qualifikation am Dienstag dar:

Weg A: Island, Bulgarien/Israel/Rumänien/Ungarn*
Weg B: Bosnien und Herzegowina, Nordirland, Slowakei, Irland
Weg C: Schottland, Norwegen, Serbien, Bulgarien/Israel/Rumänien/Ungarn*
Weg D: Georgien, Nordmazedonien, Kosovo, Weißrussland

*Ein Losverfahren am kommenden Freitag (22. November) wird darüber entscheiden, wer aus dem Quartett Bulgarien/Israel/Rumänien/Ungarn den freien Platz in Weg C einnimmt und sich auf ein Duell mit Schottland freuen darf. Die restlichen drei Teams werden ihr Glück über Weg A suchen.

Fest stehen derzeit die Play-offs in Weg B und Weg D. Die Halbfinalspiele lauten Georgien-Weißrussland sowie Nordmazedonien-Kosovo. In Weg C ist bislang das Duell Norwegen-Serbien sicher. Schottland hat auf jeden Fall ebenfalls Heimrecht und wird auf Bulgarien, Israel, Rumänien oder Ungarn treffen.

In Weg B genießt Bosnien-Herzegowina Heimrecht im Halbfinale gegen Nordirland. Irland muss derweil in der Slowakei sein Heil suchen.

Die Halbfinals finden am 26. März 2020 statt (Anstoßzeit ist regulär um 20.45 Uhr, für besondere Fälle steht 18 Uhr als Ausweichzeit zur Verfügung). Die vier Finalpaarungen sind für den 31. März 2020 terminiert (Anstoßzeiten werden analog zu den Halbfinals gehandhabt).

Die Paarungen im Überblick

Es wird noch komplizierter, weil sich Ungarn nicht direkt qualifiziert

Noch komplizierter wurde es, weil Ungarn in Gruppe E am Dienstagabend sein "Endspiel" in Wales verloren hat (0:2) und damit ein weiterer Gastgeber in den Play-offs an den Start gehen muss. Somit ist es - vorbehaltlich weiterer Eingriffe durch die UEFA - nicht mehr möglich, dass pro Play-off-Weg nur ein Gastgeber spielt. Deshalb werden Ungarn und Rumänien entweder beide in Weg A oder einer von beiden, je nach Los, in Weg C (mit Schottland) spielen.

Alles klar?

ski

UEFA EURO 2020

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