Hintergründe der AS-Rom-Trennung von 'GoalMachine'

Wegen rassistischer Äußerung: FIFA-Profi doppelt abgestraft

GoalMachineDrama: Nawid 'GoalMachine' Zoorzai hat kein Team mehr und eine Sperre für zwei Turniere.

GoalMachineDrama: Nawid 'GoalMachine' Zoorzai hat kein Team mehr und eine Sperre für zwei Turniere. Getty Images

Es war eine schockierende Nachricht am Freitagnachmittag: AS Rom hat mit sofortiger Wirkung und nach nur acht Tagen den Vertrag von 'GoalMachine' aufgelöst. Eine Erklärung gab es nicht. Das warf entsprechend viele Fragen auf: Was war passiert? Und warum trennt sich der Verein so plötzlich von einem der weltbesten FIFA-Profis?

Einen ersten Hinweis gab es noch in derselben Nacht, als EA SPORTS Sanktionen gegen 'GoalMachine' verhängte und ihn für zwei FUT Champions Cups sperrte. Grund seien persönliche, religiöse und kulturelle Angriffe in einer Gruppenchat-Nachricht auf Twitter gegenüber einem anderen Spieler. Zoorzai äußerte sich wenig später: "Die gesendeten Nachrichten wurden unverhältnismäßig aufgebläht und ich glaube, dass dieser Bann ungerechtfertigt ist."

Er argumentiert, dass der angesprochene Spieler, Jas 'Jas' Singh, direkt nach dem Vorfall im April zu EA hätte gehen können, hätte er das Gefühl gehabt, rassistisch angegriffen worden zu sein. Zudem sei die angesprochene Äußerung - "Verpiss dich, bevor ich deinen Kopf rasiere" - ein "Witz", den er häufig nutze und der nicht böswillig gemeint sei. Zoorzai nannte Singh allerdings auch einen "hirntoten Spinner".

'Jas' sagte seinerseits, dass er sich sehr wohl rassistisch angegriffen gefühlt hätte. Er ist Sikh und in seiner Religion sind ungeschnittene Haare ein grundlegendes Glaubenssymbol. Dementsprechend hätte er die Äußerung überaus ernst genommen und wütend reagiert, was er nun bereue. Denn seine Antwort - "Wenn wir keine Profis wären, würde ich dich zusammenschlagen" - brachte auch Singh eine Sperre für ein Turnier ein.

'Tass' beschuldigt

'GoalMachine' beschuldigte in seinem Statement Tassal 'Tass' Rushan: Der Profi vom FaZe Clan hätte seit seiner Niederlage im Sechzehntelfinale des FIFA eClub World Cups etwas gegen ihn. Deswegen soll der Engländer die Screenshots aus dem Gruppenchat an seine Agentur und die wiederum an EA weitergegeben haben.

Weitere FIFA-Profis, wie Ex-Teamkollege Mosaad 'Msdossary' Aldossary und Lev Vinken, sympathisierten auf Twitter mit 'GoalMachine'. An der Sperre und seinem Rauswurf bei der AS Rom wird das allerdings kaum etwas ändern.

Christian Mittweg

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