Bundesliga

"Tanne" Fichtel wird 75

Rekordspieler, 552 Partien und ein Pokal-Sieg

"Tanne" Fichtel wird 75

Bundesliga-Legende Klaus Fichtel wird 75.

Bundesliga-Legende Klaus Fichtel wird 75. imago images (3)

An 8316 Tagen schrieb der Jubilar Bundesliga-Historie. Angefangen hatte die Geschichte am 14. August 1965 mit seinem ersten Einsatz im Schalker Dress beim VfB Stuttgart. Damals unterlagen die Königsblauen durch ein Eigentor des Debütanten Fichtel in der 21. Minute. Doch davon ließ sich der damals 20-Jährige nicht beirren. Trainer Fritz Langner, der zuvor Fichtels älteren Bruder Helmut bei Westfalia Herne trainierte, hatte den jungen Mann bei Arminia Ickern in der Nähe von Castrop-Rauxel entdeckt. Also ergriff Fichtel die Chance seines Lebens, tauschte die harte Arbeit im Untertage-Bergbau auf der Zeche Victor gegen die des Fußball-Profis.

23 Länderspiele und der Bundesligaskandal

Es sollte sich lohnen. Gleich in seinem ersten Jahr kam der gelernte Abwehrspieler auf 34 Einsätze bei den Schalkern. Sein Debüt in der Nationalmannschaft feierte er am 22. Februar 1967 beim 5:1-Sieg gegen Marokko. Sein einziges Länderspieltor schoss der damals im Mittelfeld eingesetzte Fichtel am 22. Oktober 1969 beim 3:2-Sieg über Schottland - gleichbedeutend mit der Qualifikation für die WM in Mexiko 1970, wo der Schalker auf fünf Einsätze kam. Sein 23. und letztes Länderspiel machte er im November 1971 gegen Polen, bevor er wegen der Verstrickungen in den Bundesligaskandal aus der DFB-Auswahl verbannt wurde. "Damit muss ich einfach leben. Jeder junge Mensch macht in seinem Leben Fehler. Im Nachhinein schmerzt es, aber es gehört natürlich zu meiner Geschichte dazu", befand Fichtel im kicker.

Fischer: "Tanne hat Fußball gelebt"

Die Karriere war damit noch lange nicht vorbei. Ganz im Gegenteil. Fichtel gewann 1972 den DFB-Pokal, er machte 552 Bundesligaspiele. "Tanne hat Fußball gelebt", lobte sein ehemaliger Mitspieler Klaus Fischer, "er war ein Profi vom Scheitel bis zur Sohle, auf ihn war hundert Prozent Verlass." "Er war ein Asket, ein ruhiger Vertreter, ein verlässlicher Typ", schätzt Wolfgang Sidka, sein damaliger Kollege bei Werder.