Nach der ersten Heimniederlage in der EM-Quali seit 2009

Kuntz moniert Defensivverhalten und hofft auf den Lerneffekt

Blickt betrüblich drein, ist es aber nicht: U-21-Trainer Stefan Kuntz.

Blickt betrüblich drein, ist es aber nicht: U-21-Trainer Stefan Kuntz. imago images

Nachdem sich die Niederlage ein paar Minuten gesetzt hatte, konnte U-21-Trainer Stefan Kuntz schon wieder ein wenig lächeln und das Positive aus dem gefühlten Rückschlag ziehen. "Wir müssen daraus lernen, dann hat das für uns eine positive Konsequenz", so der ehemalige Bundesliga-Stürmer.

Das, was es zu lernen gilt, ist vor allem das defensive Verhalten, wenn der Ball verloren geht und ein konterstarker Gegner wie die Belgier kaum Luft zur Sortierung lässt. Mangelndes Eingespieltsein und zu wenig Spielpraxis der einzelnen Akteure in der neuformierten U 21 kann eine plausible Erklärung sein, aber dennoch erschien Kuntz dies als Erklärung zu billig. "Mich ärgert, dass wir die Gegentore so einfach hergegeben haben. Alle drei Gegentore wären mit einer optimalen Einstellung und mit sauberem Spiel zu verhindern gewesen", kritisierte Kuntz. Der Freiburger Nico Schlotterbeck sah es ähnlich: "Wir sind vielleicht zu viel in Konter gelaufen", so der Linksverteidiger.

Besonders problematisch erwies sich an diesem Sonntag allerdings die Innenverteidigung mit Luca Kilian vom SC Paderborn und Vitaly Janelt vom VfL Bochum. Das Duo erwischte einen rabenschwarzen Tag, war zuvor allerdings als verlässliche Säule aufgetreten.

Wenn die erste Enttäuschung vorbei ist, sollte man auch ein kleines bisschen stolz sein. Das, was wir bis jetzt geleistet haben, war zum größten Teil sehr gut.

Stefan Kuntz

Doch allzuviel Schwarzmalen wollte Kuntz dann doch nicht. "Wenn die erste Enttäuschung vorbei ist, sollte man auch ein kleines bisschen stolz sein. Das, was wir bis jetzt geleistet haben, war zum größten Teil sehr gut - vor allem, wenn man es in Relation setzt zu den Spielanteilen, die die Jungs haben", so der Coach des deutschen Nachwuchses.

Zwar übernahm Belgien durch den Sieg mit sieben Punkten die Tabellenführung im Kampf um die EM 2021 in Slowenien und Ungarn, allerdings haben die Roten Teufel bereits ein Spiel mehr ausgetragen. Die neun Gruppensieger und der beste Zweite qualifizieren sich direkt. "Wir haben heute einen Knick bekommen, werden aber viel daraus lernen", hofft Kuntz auf die richtigen Schlussfolgerungen.

Weitere Ausrutscher in der EM-Qualifikation, wie in Freiburg und davor im September 2009 gegen Tschechien 1:2, sollten sich allerdings nicht wiederholen. Der von Kuntz betonte Lerneffekt mag dies zu verhindern wissen.

bst