"Heim-Tore" im DFB-Trikot - ein Überblick

Ginter gelingt, was noch keinem Gladbacher gelang

Matthias Ginter

Erstes Länderspieltor - und dann noch mit diesen Umständen: Matthias Ginter. imago images

Diesen Moment wird Matthias Ginter nicht so schnell vergessen. Am Samstagabend erzielte Borussia Mönchengladbachs Verteidiger in der 41. Minute des EM-Qualifikationsspiels gegen Weißrussland erstens sein erstes Tor im 29. Länderspiel, zweitens mit der Hacke und drittens vor heimischer Kulisse.

"In der Halbzeit wollte es tatsächlich nicht jeder glauben, dass ich das war oder ob es nicht doch ein Eigentor war", berichtete Ginter im Anschluss. "Ich habe es dann in einer Trockenübung nachgemacht. Dann hat es mir jeder geglaubt."

Ganz nebenbei hat Ginter sogar noch für eine andere Premiere gesorgt: Er ist der erste Gladbacher, der bei einem Länderspiel in Gladbach getroffen hat. Vor ihm haben schon 37 Nationalspieler in ihrem Heimstadion getroffen.

München war bislang ein gutes Pflaster für "Heim-Tore" von DFB-Spielern - Mailand aber auch

Auf dem ersten Platz steht München: In neun Länderspielen im Olympiastadion bzw. der Allianz-Arena fielen bereits Tore durch Bayern-Profis - darunter etwa Paul Breitner und Gerd Müller im WM-Finale 1974, Philipp Lahm im WM-Eröffnungsspiel 2006 oder Carsten Jancker 2001 bei der 1:5-Klatsche gegen England. Zuletzt traf Mario Götze, damals noch beim FCB unter Vertrag, im März 2016 im Testspiel gegen Italien (4:1).

Wer auf München folgt? Mailand! Und das liegt einzig an der WM 1990: Damals trafen Jürgen Klinsmann und Lothar Matthäus jeweils in den Gruppenspielen gegen Jugoslawien (4:1) und die Vereinigten Arabischen Emirate (5:1), Klinsmann wie auch Andy Brehme im Achtelfinale gegen die Niederlande (2:1) und Matthäus im Viertelfinale gegen die Tschechoslowakei (1:0). Alle drei spielten damals auch auf Klubebene im Giuseppe-Meazza-Stadion - für Inter Mailand.

Köln vorn dabei - Gerd Müller unerreicht

Als gutes Pflaster für "Heim-Tore" erwies sich bislang auch Köln. Heinz Flohe, Dieter Müller, Pierre Littbarski, Thomas Häßler und Lukas Podolski durften schon in dem Stadion jubeln, in dem sie damals auch mit dem FC zu Heimspielen antraten.

Am häufigsten traf Gerd Müller in der Geschichte der Nationalmannschaft "zuhause": Zu seinem Siegtor im WM-Endspiel 1974 kommt noch ein Viererpack in einem Freundschaftsspiel gegen die Sowjetunion, das im Mai 1972 in München stattfand (4:1).

jpe/cmc/usc

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