Windtner: Keine "intensiven" Vertragsgespräche mit Foda in nächster Zeit

Österreich zwischen Euphorie und Bodenständigkeit

Österreichs Valentino Lazaro freut sich über die gelungene EM-Qualifikation.

Geschafft: Österreich qualifiziert sich nach dem 2:1-Erfolg gegen Nordmazedonien zum dritten Mal in Folge für die Endrunde einer Europameisterschaft. Getty Images

2:1 stand es nach dem Last-Minute-Treffer von Vlatko Stojanovski in Wien - doch auch ein Punkt hätte dem Team von Trainer Franco Foda für das EM-Ticket gereicht. Entsprechend kam in den letzten Minuten keine große Unruhe mehr auf. "Ich freue mich in erster Linie für die Mannschaft. Wir waren nach zwei Auftaktniederlagen mit dem Rücken zur Wand. Die Mannschaft hat dann Großartiges geleistet", lobte der 53-Jährige sein Team gegenüber dem "Standard". Die Österreicher hatten an den ersten beiden Spieltagen zwei Niederlagen einstecken müssen, zunächst zu Hause gegen Polen (0:1), dann überraschend in Israel (2:4).

Ich werde heute einfach mal nur genießen.

Österreichs Trainer Franco Foda

"Wir waren dann immer unter Druck, hatten immer Finalspiele. Ich werde heute einfach mal nur genießen. Es gilt aber auch, bodenständig zu bleiben, nicht zu euphorisiert zu sein", ergänzte Foda, der sich am Samstag bereits nach sieben Minuten über den frühen Führungstreffer durch Bayerns David Alaba freuen durfte.

Dessen Flachschuss hatte Österreich auf die Erfolgsspur gebracht, später erhöhte mit Gladbachs Stefan Lainer ein weiterer Bundesliga-Spieler auf 2:0. "Wir sind überglücklich. Es ist etwas Besonderes, Geschichte zu schreiben. Ich versuche, immer präsent zu sein am Platz", sagte Alaba nach dem Spiel. Teamkollege Marko Arnautovic ergänzte: "Es war nicht immer einfach. Wir haben in den ersten zwei Spielen enttäuscht, dann haben wir Mentalität und Stärke gezeigt und sind zurückgekommen. Ich denke, dass wir uns das klar verdient haben."

Windtner fordert "soliden Abschluss" - und stärkt Foda

"Ich habe gerade keine Worte. Ich bin unglaublich dankbar. Ein Kindheitstraum ist in Erfüllung gegangen. Als ich ins Stadion eingelaufen bin, habe ich von oben bis unten Gänsehaut gehabt", sagte ein euphorisierter Keeper und Debütant Alexander Schlager. ÖFB-Präsident Leo Windtner zeigte sich ebenfalls zufrieden, bremste die Hochstimmung jedoch etwas: "Zweimal hintereinander die Quali zu schaffen, ist eine tolle Sache. Aber es gibt keine große Jubelfeier. Wir wollen die Quali jetzt ganz solide abschließen." Am Dienstag (LIVE! ab 20.45 Uhr auf kicker.de) trifft die österreichische Auswahl in Riga auf den Tabellenletzten aus Lettland.

Für Foda, dessen Vertrag Ende des Jahres ausläuft, könnte der Erfolg derweil auch einen persönlichen Vorteil haben. "Wir haben eine so gute und robuste Vertrauensbasis, dass wir zur rechten Zeit zusammenfinden werden", sagte Windter, fügte aber auch hinzu: "Wir werden uns jetzt nicht sehr intensiv mit dem Thema Vertragsverlängerung befassen."

fbs