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Kroos: "Sind aktuell kein EM-Favorit, aber das heißt ja nichts"

Real-Star und Ginter bringen DFB-Team auf EM-Kurs

Kroos: "Sind aktuell kein EM-Favorit, aber das heißt ja nichts"

Toni Kroos, Leon Goretzka, Matthias Ginter (v.li.)

Torschützen unter sich: Toni Kroos, Leon Goretzka und Matthias Ginter (v.li.). Getty Images

Für Toni Kroos war die Partie gegen die Weißrussen ein Meilenstein. Denn mit 95 Einsätzen für das DFB-Team zog der Mittelfeldstratege mit Karl-Heinz Rummenigge und Sepp Maier gleich. Aber auch im Spiel gelang dem 29-Jährigen Besonderes: Denn zwei Tore hatte Kroos in einem Pflichtspiel seit 2014 - weder im Klub mit Real Madrid noch im Nationalteam - nicht mehr erzielt. Letztmals zwei Tore gelangen Kroos im Halbfinale der WM in Brasilien in Belo Horizonte beim sensationellen 7:1 gegen den Gastgeber (kicker-Note: 1).

Löw zufrieden, aber nicht ohne Kritik

"Bis zum 1:0 ist es gegen einen solchen Gegner, der sich so hinten reinstellt, ein bisschen schwierig. Es war holprig, nach dem ersten Tor war es dann flüssiger", sagte Kroos, der gegen Weißrussland sowohl zum 3:0 als auch zum 4:0 traf, nach der Partie bei "RTL". Über seine eigene Führungsrolle im neu formierten Team fügte der Weltmeister von 2014 an: "Es ist schon etwas besonders, mit 29 Jahren schon zu den Alten zu gehören. Aber es macht Spaß, da wir viele Spieler mit hoher Qualität im Kader haben. Natürlich fehlt noch Erfahrung, aber die Abläufe werden besser, wir sind auf einem guten Weg", so Kroos, der das DFB-Team aber nicht zu den Titelanwärtern für die EM zählt. "Aktuell gehören wir nicht zu den Titelfavoriten. Aber das heißt ja nichts."

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Joachim Löw war unter dem Strich dennoch zufrieden mit der Partie gegen die Weißrussen. "Ich bin schon zufrieden, es waren ein paar gute Kombinationen dabei. Belarus hat zudem schon länger nicht mehr so klar verloren, es war immer knapp. Zudem hatten wir auch viele junge Spieler dabei", sagte der Bundestrainer, der indes auch Kritikpunkte ausgemacht hatte: "Nach dem 3:0 waren wir nachlässig, da müssen wir konsequenter vorgehen", bemängelte Löw. So musste Keeper Manuel Neuer in der Partie mehrmals eingreifen und parierte in der 75. Minute sogar einen Foulelfmeter.

Ginter: "Habe früher ja Rechtsaußen gespielt"

Besonderes Lob vom Coach heimste Innenverteidiger Matthias Ginter ein, der gleich an den ersten drei Treffern des deutschen Teams - zwei allerdings begünstigt durch Abseitsposition (der VAR kommt in der EM-Quali nicht zum Einsatz). So erzielte Ginter das 1:0 Ende der ersten Hälfte sehenswert mit dem Absatz. Beim 2:0 von Leon Goretzka per einstudierter Eckballvariante ließ Ginter den Ball im Strafraum clever zum Torschützen passieren, ehe er Kroos' 3:0 per Balleroberung und schließlich Querpass ebenfalls maßgeblich mitverantwortete.

"Er ist sehr zuverlässig, fußballerisch sehr gut und hat sich in den letzten Jahren definitiv auch defensiv gesteigert. Er weiß, was wir von ihm wollen. Es war ein gelungener Abend für ihn", konstatierte Löw, der Ginter bereits im Vorfeld der Partie ausdrücklich gelobt hatte. Ginter selbst war von seiner sehr auffälligen Vorstellung in der Offensive ebenfalls nicht überrascht - und verwies auf die Vergangenheit: "Ich habe früher ja Rechtsaußen gespielt."

jom

Bilder zur Partie Deutschland - Weißrussland