U-21-Nationaltrainer wollte von Videopanne der UEFA nicht profitieren

Die Fair-Play-Medaille des DFB geht an Stefan Kuntz

Stefan Kuntz

Die Fair-Play-Medaille 2019 geht an ihn: Stefan Kuntz. picture-alliance

U-21-Nationaltrainer Stefan Kuntz ist mit der Fair Play-Medaille des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) ausgezeichnet worden. Der Europameister von 1996 hätte durch einen technischen Fehler der Europäischen Fußball-Union (UEFA) bei der EM im vergangenen Sommer die Möglichkeit gehabt, sich das Abschlusstraining des Vorrundengegners Dänemark per Videoaufnahmen komplett anzuschauen, Kuntz verzichtete aber darauf.

"Wir sollten nicht nur Fair Play fordern und predigen. Für uns war das eine ideale Möglichkeit, es auch vorzuleben", sagte Kuntz in einer Videobotschaft: "Wenn wir es ohne die Bilder vom Abschlusstraining nicht geschafft hätten, hätten wir es auch nicht verdient gehabt weiterzukommen."

Werte vermitteln und "die Jungs Richtung Fair Play bringen"

Das DFB-Team gewann das Spiel 3:1 und scheiterte erst im Finale an Spanien. Kuntz ist bei der Ehrung am Samstag im Capitol Theater in Düsseldorf nicht anwesend, da er sich mit seiner Mannschaft auf das EM-Qualifikationsspiel am Sonntag in Freiburg gegen Belgien vorbereitet. "Es ist ein Preis für die gesamte Mannschaft der U 21. Ich finde es wichtig, Werte zu vermitteln und die Jungs Richtung Fair Play zu bringen", sagte Kuntz.

Der DFB verleiht die Fair Play-Medaille seit 1997. Preisträger waren unter anderem Miroslav Klose (2012), Jupp Heynckes (2013) und Niko Kovac (2016). Im vergangenen Jahr hatte Marco Grüttner, Kapitän des Zweitligisten Jahn Regensburg, die Plakette erhalten. Er hatte beim Heimspiel gegen den VfL Bochum in der 90. Minute bei 0:1-Rückstand auf einen bereits zugesprochenen Eckball verzichtete.

aho/sid