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Diese Winter-Sünden kosten Bußgeld

Neben Strafzahlungen droht auch Ärger mit der Versicherung

Diese Winter-Sünden kosten Bußgeld

Verschneite Autos

Vorgewärmt und enteist: Den Motor im Stand warm laufen zu lassen ist verboten. Die bessere Alternative ist eine Standheizung. ampnet/Eberspächer

Motor im Stand warm laufen lassen: Mit klammen Fingern um das Auto zu stapfen, um es von Eis und Schnee zu befreien, ist lästig. Im Rahmen einer Umfrage der Tankstellenkette HEM gaben fast 80 der Personen an, das morgendliche Enteisen für die ärgerlichste aller Winter-Aufgaben zu halten. Bei laufendem Motor geht die Arbeit schneller, und zusätzlich wartet hernach ein lauschig vorgeheizter Innenraum. Aber: Das Warmlaufen schadet nicht nur dem Motor selbst, sondern zieht auch ein Bußgeld von zehn Euro nach sich.

Scheiben unzureichend freigekratzt: Enteisen, siehe oben, ist unangenehm. Also nur ein Guckloch freikratzen? Wiederum keine gute Idee. Das Fahren mit eingeschränkter Sicht ist gefährlich. Wenn nicht alle (!) Scheiben eis- bzw. schneefrei sind, drohen deshalb zu Recht zehn bis 35 Euro Bußgeld. Auch die Außenspiegel müssen frei sein.

Verschneite Autoscheibe

Fahren nur mit Guckloch: Diese Winter-Sünde kostet zehn bis 35 Euro Bußgeld. ampnet/Ford

Autodach nicht freigekehrt: Nach starken Schneefällen türmt sich schnell eine hohe Dachlast in Weiß auf. Sie muss runter, da der nachfolgende Verkehr und auch die eigene Sicht durch herabfallenden Schnee gefährdet werden kann. Bußgeld: 25 Euro.

Mit zugeschneitem Kennzeichen gefahren: Diese Winter-Sünde kommt auf fünf Euro.

Beleuchtungsanlage nicht gesäubert: Zum guten Sehen und Gesehenwerden gehören auch tadellos leuchtfähige Scheinwerfer, Blinker und Rückleuchten. Versäumnisse kosten 20 Euro. Bei Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer erhöht sich der Tarif auf 25, bei Sachbeschädigungen auf 35 Euro.

Ohne Abblendlicht gefahren: Wenn Schnee oder Schneeregen für "erhebliche Sichtbehinderung" sorgen, muss auch bei Tag mit Licht gefahren werden. Zwiderhandlungen werden innerorts mit 25 Euro geahndet, bei Sachbeschädigung mit 35 Euro. Außerorts beträgt das Bußgeld 60 Euro, zusätzlich gibt es einen Flensburg-Punkt. Wurden andere Verkehrsteilnehmer gefährdet, sind 75 Euro fällig, bei Sachbeschädigung 90 Euro.

Tempolimit überschritten: Bei eingeschränkter Sicht ist eine angepasste Geschwindigkeit gefordert. Der Bußgeldkatalog sieht, je nach Tempoüberschreitung, Sanktionen zwischen 80 und 680 Euro, ein bis zwei Flensburg-Punkten und Fahrverboten zwischen einem und drei Monaten vor. Außerorts drohen 80 bis 600 Euro.

Winterreifen

Erkennungszeichen für Winterreifen: Alpine-Symbol (Bergpiktogramm mit Schneeflocke). ampnet/GTÜ

Mit Sommerreifen gefahren: Eine Winterreifenpflicht im eigentlichen Sinne gibt es in Deutschland nicht. Stattdessen gilt eine situative Winterreifenpflicht. Sie bedeutet, dass bei winterlichen Straßenverhältnissen - also bei Glätte oder Schnee - auf allen vier Rädern Winterreifen aufgezogen sein müssen. Sie sind am Alpine-Symbol (Bergpiktogramm mit Schneeflocke) zu erkennen. Reifen mit M+S-Kennzeichen werden von Rechts wegen toleriert, wenn sie bis zum 31. Dezember 2017 hergestellt worden sind. Verstöße gegen die Vorschrift werden mit 60 bis (bei einem Unfall) 120 Euro und einem Flensburg-Punkt bestraft. Zudem kann es im Schadensfall Ärger mit der Versicherung geben.

Reifen-Profiltiefe nicht ausreichend: Auch Winterreifen müssen mindestens 1,6 mm Profiltiefe aufweisen, ansonsten stehen 60 bis 90 Euro Bußgeld und ein Flensburg-Punkt im Raum. Der ADAC und andere Experten raten bei Winter- und Ganzjahresreifen aber zu mindestens vier Millimetern Profiltiefe.

Ulla Ellmer