Frankfurts Sportvorstand fordert konsequentes Vorgehen

Bobic: "Meine große Sorge ist, dass Stehplätze verboten werden"

Fredi Bobic

Nachdenklich: Frankfurts Sportvorstand Fredi Bobic. imago images

"Der Bogen darf nicht überspannt werden - ob mit Pyrotechnik, Raketen und Maskierten, die auf den Platz stürmen", warnt Bobic im großen kicker-Interview (Montagausgabe). "Man muss gegensteuern und Leute, die gegen das Gesetz verstoßen und damit nicht zuletzt andere vorsätzlich in Gefahr bringen, aus den Stadien verbannen."

Beim Stadtduell in Berlin hatte es unlängst hässliche Szenen gegeben, auch die Anhänger der Frankfurter Eintracht leisteten sich schon öfter Verfehlungen, die nun dazu führen, dass die SGE zum Europa-League-Gastspiel beim FC Arsenal am 28. November ohne Fans anreisen muss. Schon in Lüttich musste die Eintracht aufgrund einer Sanktion der UEFA auf ihre Anhänger verzichten.

Das möchte sicherlich niemand, kein Normalo und auch kein Ultra. Die Vereine werden dann aber keine Möglichkeit mehr haben, ein solches Gesetz zu verhindern.

Fredi Bobic über ein Verbot von Stehplätzen

"Meine große Sorge - und die teile ich mit vielen Kollegen - ist", führt Bobic weiter aus, "dass irgendwann wirklich mal etwas ganz Schlimmes passiert, der Gesetzgeber daraufhin wie in England und anderen Ländern einschreitet und Stehplätze verboten werden. Das möchte sicherlich niemand, kein Normalo und auch kein Ultra. Die Vereine werden dann aber keine Möglichkeit mehr haben, ein solches Gesetz zu verhindern", befürchtet der 48-Jährige.

Reine Sitzplatzstadien würden in der Bundesliga vieles verändern, ist sich Bobic sicher: "Preise, die deutlich steigen werden, Stimmung, Fankultur, soziale Vielfalt." So weit solle es aber nicht kommen, denn: "Wir wollen, dass das Stadion für alle zugänglich ist: für den sozial Schwächeren genauso wie für den Reichen, der sich eine Loge leisten kann. Der Fußball ist für alle da."

Im großen kicker-Interview (Montagausgabe) spricht Bobic nicht nur über die Entwicklung seiner Eintracht, sondern auch über Themen wie die wachsende Kluft in der Gesellschaft, Gewalt auf Amateursportplätzen, den Videobeweis, eFootball oder die Spielplan-Problematik rund um die WM 2022 in Katar.

Julian Franzke/ski

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