Bundesliga

Oliver Glasner und die System-Frage beim VfL Wolfsburg

Wolfsburgs Trainer im kicker-Interview

Glasner und die System-Frage

Oliver Glasner ist Trainer beim VfL Wolfsburg.

Erinnert an die vergangene Saison und nennt ein paar aktuelle "Wahrheiten". Wölfe-Trainer Oliver Glasner. imago images

Noch ist nicht viel passiert, die Liga ist eng beisammen. Der VfL Wolfsburg ist in den vergangenen Spielen zwar vom zweiten auf den zehnten Tabellenplatz abgerutscht, die Ziele des Vorjahressechsten, sich wieder für das internationale Geschäft zu qualifizieren, sind jedoch in Reichweite.

Dennoch: Die Stimmung in Wolfsburg ist alles andere als euphorisch. Schon während der Erfolgsserie zu Saisonbeginn kam Unmut auf, was Sportdirektor Marcel Schäfer zum Anlass für einen Rundumschlag nahm. "Die Haltung" rund um den VfL, "im Umfeld", empfand Schäfer als "sehr negativ, teilweise total unbegründet. Diese Haltung stört mich extrem."

Nun ist es nicht verwunderlich, dass das Rumoren rund um den Klub nach vier Niederlagen am Stück nicht leiser wird. Warum ist der VfL Wolfsburg vom Weg abgekommen? War es notwendig, im Sommer das im Vorjahr erfolgreiche System zu verändern? Gibt es aktuell einen Plan B auf dem Rasen?

Glasner: "Die Wahrheit ist..."

Im Interview mit dem kicker stellt sich Trainer Oliver Glasner am Donnerstag diesen Fragen. Und verweist darauf, dass der Klub unter Vorgänger Bruno Labbadia vor zwölf Monaten gar schlechter dastand als heute. "Vor einem Jahr hatte der VfL nach elf Spielen zwölf Punkte und war Zwölfter. Nur daran können sich viele gar nicht erinnern."

Präsenter ist freilich das Jetzt, das den ehrgeizigen Trainer auch nur bedingt zufriedenstellt. "Die Wahrheit ist, dass wir 17 Punkte haben, sehr wenige Gegentore bekommen haben und zu wenige Tore erzielen. Die Wahrheit ist, dass wir bei unseren offensiven Standards großes Verbesserungspotenzial haben."

Würde ich ein Problem am System erkennen, würde ich es sofort verändern.

Oliver Glasner

Daran würde auch eine Abkehr vom 3-4-3-System, das Glasner seit Sommer fast immer spielen lässt, freilich nichts ändern. Ohnehin ist es dem Österreicher wichtig, "dass wir nicht in Aktionismus verfallen". Die System-Frage hält er überdies für unbegründet. "Was jeder wissen muss: Wir trainieren keine Systeme, wir trainieren Verhaltensweisen." Und: "Würde ich ein Problem am System erkennen, würde ich es sofort verändern."

Im kicker-Interview spricht Glasner am Donnerstag zudem über die Erwartungshaltung in Wolfsburg, eine Parallele zu seinen vorherigen Trainerjahren, die Gründe für zu wenig Tore, den schwächelnden Jerome Roussillon und das schwere Restprogramm bis zur Winterpause.

Thomas Hiete

Bilder zur Partie VfL Wolfsburg - Bayer 04 Leverkusen