Welcher Trainertyp könnte einmal auf Favre folgen?

BVB: Warum nicht einer wie Farke?

Daniel Farke

Führte Norwich City in die Premier League: Daniel Farke. picture alliance

Borussia Dortmund ist zu einem Schwergewicht mit einer halben Milliarde Umsatz, mit nationaler und internationaler Strahlkraft gewachsen. Daraus leitet Boss Hans-Joachim Watzke auch ein gewisses Statusdenken in der Trainerfrage ab. Ein großer Klub brauche einen großen Trainer. 2008, als ihr Mut die BVB-Macher instinktsicher zu Jürgen Klopp, einem Zweitliga-Trainer (!) führte, sei die Zeit eine andere - und die Mannschaft eine andere gewesen.

Der BVB sehnt sich nach einem Trainer, der dem Klub eine fußballerische Identität vermittelt

Nun sehen Watzke und seine Mitstreiter trotz des 0:4-Desasters in München und dem Abrutschen in der Tabelle auf Platz 6 keinen unmittelbaren Handlungsbedarf. Aber irgendwann wird sich ihnen die Frage stellen, welchem Trainer sie den Dortmunder Kader nach Favre (Vertrag bis 2021) anvertrauen. Warum nicht einem, der noch keinen großen Namen hat, sich aber einen machen kann. Warum nicht einem wie Daniel Farke?

In Dortmund sehnt man sich nach einem Trainer, der diesem Klub wieder eine fußballerische Identität vermittelt. Einen aktiven, intensiven, schnellen, emotionalen Fußball. Eine Mannschaft, die das Spielgeschehen bestimmen will und nicht vor lauter Kontroll-, Sicherheits- und Geduldsvorgaben den Ball nur hin- und herschiebt.

Farke hat in Norwich ein Fußball-Märchen geschrieben

Farke, der als U-23-Coach eine BVB-Vergangenheit hat, nach England wechselte und mit Norwich City ein modernes Fußball-Märchen schrieb (Aufstieg in die Premier League), lässt so einen Fußball spielen. Warum also nicht einer wie Farke, den die BBC gerade erst zum fünftbeliebtesten Trainer der Premier League gekürt hat? Der eine Mannschaft moderieren und die Fans mitnehmen kann? Der sich seiner Aufgabe mit Haut und Haaren verschreibt und auch rhetorisch alle Ton- und Stilarten beherrscht? Dass in Norwich gerade die rote Laterne leuchtet, ist am allerwenigsten ihm anzulasten.

Unmittelbare Gefahr droht Favre nicht. Doch seinen allerbesten Verbündeten wird er kennen - es ist auch der leergefegte Trainermarkt, der ihn im Amt hält.

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Thomas Hennecke

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