1. FC Nürnberg stellt neuen Trainer vor

Club-Coach Keller: "Wir dürfen nicht nur das Negative ansprechen"

Jens Keller an seiner neuen Arbeitsstätte im Max-Morlock-Stadion in Nürnberg

Jens Keller an seiner neuen Arbeitsstätte im Max-Morlock-Stadion in Nürnberg. imago images

Für die Pointe zum Abschluss der Pressekonferenz sorgt Thomas Grethlein. Als dem Aufsichtsratschef des 1. FC Nürnberg eine Flasche aus dem Kühlschrank zu Boden fällt, nimmt Jens Keller die Steilvorlage auf und sagt: "Scherben bringen Glück." Dass es für einen Umschwung beim Club mehr als das braucht, weiß der neue Trainer natürlich. Bei seiner Vorstellung im Max-Morlock-Stadion sprach der 48-Jährige über...

...seinen ersten Eindruck vom 1. FC Nürnberg: "Ein Traditionsverein. Ich habe heute Morgen zum ersten Mal die Bedingungen gesehen, besser geht's nicht, die sind top. Ich freue mich, die Aufgabe angehen zu dürfen."

1. FC Nürnberg - Die letzten Spiele
Stuttgart (A)
3
:
1
Wiesbaden (H)
0
:
2
2. Bundesliga - Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
Hamburger SV
29
2
Arminia Bielefeld
29
3
VfB Stuttgart
26
1. FC Nürnberg - Termine
Trainersteckbrief Keller

Keller Jens

1. FC Nürnberg - Vereinsdaten

Gründungsdatum

04.05.1900

Vereinsfarben

Rot-Weiß

...die Hebel, an denen er ansetzen muss: "Kurzfristig müssen wir uns immer auf das nächste Spiel konzentrieren. Schaut man sich die Tordifferenz in der Tabelle an, dann sieht man, woran wir arbeiten müssen: defensive Stabilität und die Arbeit gegen den Ball. Nach vorne hat die Mannschaft wahnsinnige Qualität, sie macht Tore. Stabilität geht über Aggressivität aber auch über Spaß, um Selbstvertrauen aufzubauen. Jeder einzelne Spieler hat schon bewiesen, was er kann. An diesen Stärken werden wir arbeiten."

...seinen sportlichen Eindruck von der Krise: "Es ist schwer, dies auf ein, zwei Punkte zu reduzieren. Man sieht, dass die Mannschaft will, aber schwer mit Rückschlägen zurechtkommt. Sobald etwas Unvorhergesehenes passiert, bricht sie ein bisschen in sich zusammen, die Verunsicherung ist spürbar. Wir müssen der Mannschaft wieder Stärke geben und dürfen nicht nur das Negative ansprechen."

kicker.tv Hintergrund

"Ein geileres Spiel gibt's ja nicht" - Keller feiert Nürnberg-Premiere gegen Fürth

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...eventuelle Transfers im Winter: "Natürlich haben wir über den Kader gesprochen. Aber es ist jetzt zu früh, darüber etwas zu sagen. Ich muss mir in den nächsten Wochen ein Bild machen. Das ist auch eine Frage der finanziellen Situation. Ich bin hierhergekommen, weil ich von der Mannschaft überzeugt bin und sage nicht, dass ich zehn neue Spieler brauche. Wenn wir auf der einen oder anderen Position Handlungsbedarf sehen und die Mittel haben, werden wir das gemeinsam entscheiden."

...die Lehren aus seinem Engagement beim FC Ingolstadt: "Man kann die Situationen sicher vergleichen, auch Ingolstadt war mit ganz anderen Zielen in die Saison gestartet. Die Spiele in Ingolstadt waren gut, gefehlt haben uns die Tore. Ich bin froh, dass es den Videobeweis jetzt in der 2. Liga gibt. Wäre das letztes Jahr schon der Fall gewesen, hätten wir einen ganz anderen Tabellenplatz gehabt."

...sein erstes Punktspiel mit dem Derby in Fürth: "Es gibt doch nichts Schöneres, deshalb sind wir Fußballer geworden. Solche Derbys sind etwas ganz Besonderes. Ich freue mich und finde das richtig gut, ein geileres Spiel gibt es nicht."

...seine Fußball-Philosophie: "Die muss man an die Mannschaft anpassen. Wer mich kennt, der weiß, dass ich ein aggressives und schnelles Umschaltspiel in beide Richtungen sehen will. Die Mannschaft muss kompakt sein und in hohem Tempo umschalten. Ich bin unheimlich kommunikativ, nehme die Mannschaft bei allen Dingen mit, treffe aber auch harte Entscheidungen. Jeder Spieler weiß, wo er bei mir steht. Das Entscheidende ist, eine Mannschaft zu begeistern und das Warum zu vermitteln. Mit der Philosophie bin ich ganz gut gefahren."

...die Stärke der 2. Liga: "Zwei, drei Teams marschieren vorneweg, dahinter ist es brutal ausgeglichen. Die Liga ist definitiv hart und sehr stark mit vielen Traditionsklubs. Eine schöne Aufgabe, sich mit Teams wie dem HSV, dem VfB oder Hannover messen zu können."

Frank Linkesch