Enttäuschte Prognose

Leverkusens 'deto': "Es muss etwas passieren"

Kai 'deto' Wollin von Bayer 04 Leverkusen fordert Veränderungen im FIFA-eSport

Kai 'deto' Wollin von Bayer 04 Leverkusen fordert Veränderungen im FIFA-eSport. EA SPORTS

Die kompetitive FIFA-Szene wird immer kritischer. Des Öfteren kann man über die sozialen Netzwerke beobachten, wie sich FIFA-eSportler über den Zustand in der Szene aufregen. Der FIFA-eSport steht vor einem Problem und es nennt sich Pay2Win. EA hat sich Ultimate Team als kompetitiven Modus ausgesucht. In ihm werden die großen Turniere und Meisterschaften ausgetragen und um ganz oben dabei zu sein, müssen die Profis tief in die Tasche greifen. Glaubt man Spielern wie 'BorasLegend' oder 'SaLz0r', kostest ein turnierfähiges Team zwischen 3.000 und 6.000 Euro. Für Spieler, die einem Verein angehören, ist das vielleicht gerade noch zu stemmen. Sie bekommen Finanzspritzen vom Klub. Wem diese finanzielle Unterstützung fehlt, dem hilft Skill alleine ab einem gewissen Level nicht mehr weiter.

Dass es mit dem Pay2Win-Faktor zu weit geht, sehen mittlerweile selbst einige Profis ein. Das macht sich vor allem dann schmerzhaft bemerkbar, wenn das Preisgeld gerade dazu ausreicht, um die virtuelle Mannschaft upzugraden. Jammern auf hohem Niveau möchte man meinen, doch dass daran ein gerade erst im Aufbau begriffener eSport-Zweig schnell brechen kann, kommt erst bei genauerer Betrachtung in den Sinn. Nachdem EA für die FUT-Champions-Qualifikation im Dezember die Regeln gelockert und das Gesamtrating der Teams nach oben gesetzt hat, müssen auch die Profis erneut in die Tasche greifen, um oben dabei zu sein. Für den FIFA-Profi von Bayer 04 Leverkusen, Kai Wollin, ein Unding.

"Ich habe es geschafft, unter die besten acht auf der PlayStation in Bukarest zu kommen. Unterm Strich habe ich genau so viel Preisgeld eingenommen, wie ich zuvor investiert habe, um ein Team zu bauen, das kompetitiv mithalten kann", so Wollin über Twitter. "Eigentlich muss ich das jetzt wieder reinvestieren, um bei den erhöhten P2W-Restriktionen für den nächsten Qualifier im Dezember nicht ganz unterlegen zu sein. Traurige Zeiten, es muss etwas passieren."

Nicole Lange