Sieg in England kaschiert durchwachsenes Jahr 2019

Schult: "Wir waren schon mal einen Schritt weiter"

Almuth Schult

Wird aktuell immer noch von ihrer Schulterverletzung gestoppt: Almuth Schult. imago images

Die WM in Frankreich lief nicht gut und das Aus im Viertelfinale gegen Schweden wiegt auch deshalb besonders schwer, weil damit die Qualifikation für die Olympischen Spiele im nächsten Jahr in Tokio verpasst wurde. "Ich glaube, wir waren mit der Nationalmannschaft schon mal einen Schritt weiter. 2011 haben wir ja auch die größeren Stadien vollgemacht. Wir würden uns schon wünschen, dass es hier wieder solche Ereignisse gibt wie jetzt im Wembley-Stadion", sagte Almuth Schult, die am Montagabend in München zu Gast war bei Eurosport. "Wir haben gehört, dass der DFB nun auch solche Highlights plant. Und darauf hoffen wir", verriet die 28-Jährige.

"In der Bundesliga stagnieren die Zahlen oder sind zum Teil sogar rückläufig. Dafür gibt es nicht nur einen Grund." Schult hofft auf einen "Domino-Effekt". Denn: "Wenn noch ein großer Verein sich in den Frauenfußball einklinken würde, vielleicht kommen dann mehr Sponsoren und Fans. Und andere Klubs würden nachziehen." In England sind die Lizenzvereine dazu verpflichtet, Frauenfußball anzubieten. "Daraus ist auch der Effekt entstanden, dass die Vereine dahinter stehen." Schults Fazit: "Ich hoffe, dass die Vereine in Deutschland nicht mit einem Stoppschild herumlaufen."

Die Keeperin des Double-Siegers VfL Wolfsburg selbst wird aktuell immer noch von ihrer Schulterverletzung gestoppt. In diesem Jahr wird es für sie nach aktuellem Stand kein Comeback mehr auf dem Platz geben. Die Verletzung hatte sich Schult schon im April im Training zugezogen. Im Sommer - nach der WM in Frankreich - wurde sie allerdings erst operiert.

Gunnar Meggers