Bundesliga

Malli: "Das ist schwer nachvollziehbar"

Wolfsburgs Spielmacher spricht über seine Rolle als Dauerreservist

Malli: "Das ist schwer nachvollziehbar"

Yunus Malli kommt beim VfL Wolfsburg nicht über die Rolle des Reservisten hinaus.

Yunus Malli kommt beim VfL Wolfsburg nicht über die Rolle des Reservisten hinaus. imago images

Normalerweise dürfte er jetzt gar nicht in Wolfsburg sein. Yunus Malli weilte in der Vergangenheit in den Länderspielpausen in der Regel bei der türkischen Nationalmannschaft. Nun spielt Malli, 25-mal für sein Land im Einsatz, jedoch beim VfL kaum noch eine Rolle, und ist somit auch für Nationalcoach Senol Günes aktuell keine Alternative. "Es ist verständlich, dass Spieler berufen werden, die regelmäßig zum Einsatz kommen", kann Malli seine Nichtnominierung nachvollziehen.

Malli: "Ich hatte in der Vorbereitung ein ganz gutes Gefühl"

Über seine Rolle in Wolfsburg denkt der 27-Jährige schon anders. Trotz ordentlicher Vorbereitung und zwei vom Trainer in Aussicht gestellten Positionen im 3-4-3-System - Malli könnte im zentralen Mittelfeld oder auf der offensiven Halbposition spielen - ist der Ex-Mainzer fast völlig außen vor. "Für mich schwer nachvollziehbar", sagt der Offensivmann klipp und klar, "ich hatte in der Vorbereitung ein ganz gutes Gefühl." Nun überwiegt die Enttäuschung, der Frust. "Nur ein Einsatz in 17 Spielen - das ist schwer nachvollziehbar. So viele Spiele, die Anzahl der Verletzten, ich hätte nie gedacht, dass ich eine so untergeordnete Rolle spiele."

Es fällt nicht schwer, zu erahnen, dass Malli aktuell die schwerste Phase seiner Karriere durchläuft. "Wenn man auf die Minuten schaut, ist es so wenig wie noch nie zuvor." Mit Trainer Glasner hat er geredet, geändert hat sich an der Situation jedoch nichts. Malli: "Ich habe das Gespräch mit ihm gesucht, wir sind im Austausch. Er hat sich bisher für andere Spielertypen entschieden."

Malli: "Es ist klar, dass ich es mir alles erfolgreicher vorgestellt habe"

Nur wird es in Wolfsburg noch einmal besser für den Spielmacher, der im Januar 2017 für 12,5 Millionen Euro aus Mainz kam und nie wirklich über einen längeren Zeitraum zu überzeugen wusste? "Es ist klar, dass ich es mir alles erfolgreicher vorgestellt habe", räumt Malli ein - ans Aufgeben will er aber noch immer nicht denken. Und somit auch nicht öffentlich über einen naheliegenden Wechsel im Winter reden. Als er bei Instagram kürzlich eine Sanduhr postete, sollte das noch kein Hinweis auf einen baldigen Abschied sein. "Ich habe gemeint, dass ich daran glaube, dass ich bald wieder zum Einsatz komme." Das funktionierte, drei Tage später feierte er sein Saisondebüt gegen Gent. "Jetzt", sagt Malli lächelnd, "muss ich vielleicht mal einen Torjubel posten..."

Malli: "Ich weiß nicht, wie es weitergeht"

Gleichwohl könnte es im Winter dann ernst werden, wenn für Malli die Zeit in Wolfsburg enden könnte. "Ich weiß nicht, wie es weitergeht", betont er. "Was in zwei oder acht Monaten ist, kann ich noch nicht sagen." Selbstbewusst fügt er hinzu: "Es gibt für mich keinen Grund, an mir zu zweifeln. Ich weiß, was ich kann und was ich nicht kann. Ich habe mit die meisten Bundesligaspiele in unserem Kader." 197 sind es bislang - in Wolfsburg werden womöglich nicht mehr viele hinzukommen.

Thomas Hiete