Höhenflug mit St. Gallen setzt sich mit SFV-Nominierung fort

Nati-Neuling Itten: "Es ist fast nicht zu glauben"

Aus Grün-Weiß wird Rot-Weiß: Cedric Itten.

Aus Grün-Weiß wird Rot-Weiß: Cedric Itten. imago images

Am Sonntag war es in Bern zu einem durchaus überraschenden Spitzenspiel in der Schweizer Liga gekommen: Meister Young Boys Bern forderte nicht den vormaligen Serienchampion FC Basel, sondern den FC St. Gallen, der sich hinter dem Topduo als dritte Kraft etabliert hat. Trotz des Sparkurses gelang es den Verantwortlichen um Sportchef Alain Sutter, einst als Fußballer beim SC Freiburg, dem FC Bayern und in Nürnberg, eine sehr junge, aber zugleich auch starke Mannschaft auf die Beine zu stellen. Zusammengefügt hat all das der deutsche Trainer Peter Zeidler, der einst Assistent von Ralf Rangnick in Hoffenheim war.

Und diese junge Truppe lieferte sich mit YB einen rasanten, unterhaltsamen, spektakulären Spitzenkampf. Am Ende musste sich St. Gallen ganz knapp mit 3:4 geschlagen geben. Nationaltrainer Vladimir Petkovic dürfte die Leistung eines Spielers dennoch zufrieden verfolgt haben: Cedric Itten, 22, erzielte in seinem 13. Ligaspiel sein sechstes Tor. Am Tag zuvor hatte Petkovic den Stürmer erstmals für das Nationalteam nachnominiert, weil sich Josip Drmic am Freitagabend im Premier-League-Spiel von Norwich City gegen Watford eine muskuläre Verletzung zugezogen hatte.

Petkovics Ausfallliste ist lang

Drmic ist nicht der einzige Ausfall, den Petkovic zu beklagen hat. Neben Fabian Schär, Breel Embolo, Steven Zuber und Admir Mehmedi steht u.a. auch Xherdan Shaqiri erneut nicht zur Verfügung für die EM-Qualifikationsspiele gegen Georgien am Freitag und auswärts in Gibraltar am Montag (jeweils 20.45 Uhr). "Uns plagen einige Verletzungssorgen", sagte Petkovic bei der Kaderbekanntgabe. "Einige Spieler sind dabei, die nicht auf so viele Einsätze in ihren Klubs kommen wie gewünscht. Aber ich kann sagen: Die besten 23 verfügbaren Spieler stehen im Aufgebot."

Itten verpasste in der laufenden Saison nur ein Spiel aufgrund einer Gehirnerschütterung, wäre von daher also sofort einsatzfähig und voll belastbar. Über die Nachnominierung sagte der gebürtige Basler im "SRF": "Das ist das absolut größte Highlight." Schließlich hatte vor einem Jahr nichts darauf hingedeutet. Nach einem Innen- und Kreuzbandriss musste der Stürmer monatelang pausieren und feierte erst im letzten Spiel der Saison sein Comeback mit einem Zwei-Minuten-Einsatz.

Heimspiel in St. Gallen

In der neuen Spielzeit konnte er prompt an die Leistungen vor der Verletzung anknüpfen. "Es ist super, nach der Verletzung so zurückzukommen", freut sich Itter über seine bisherige Bilanz in der Liga, mit der er sich nun für die Nationalmannschaft empfahl. "Das Aufgebot ist nach meiner Verletzung umso schöner. Und fast nicht zu glauben", sagte der Nati-Neuling. Ob er auch gleich zum Einsatz kommen wird, ist offen. Der Rahmen würde passen: Die Schweiz spielt in St. Gallen gegen Georgien, es wäre also ein richtiges Heimspiel für den FCSG-Stürmer. "Irgendwie passt alles zusammen", so Itten.

Die Eidgenossen brauchen aus den abschließenden Quali-Spielen vier Punkte, um sich die Teilnahme an der EM 2020 aus eigener Kraft zu sichern. "Wir wollen uns unbedingt durchsetzen. Aber wir müssen vorsichtig sein", betonte Petkovic mit Blick auf die erste und im Gegensatz zum punktlosen Gibraltar größere Hürde: "Georgien hat gegen die anderen Favoriten unserer Gruppe gezeigt, dass es ein gefährlicher und unberechenbarer Gegner ist." Während die Schweiz im Hinspiel 2:0 siegte, trotzten die Georgier zuletzt Dänemark und Irland jeweils ein torloses Remis ab.

cfl/fr