Nationalelf: Debüt mit Maske?

Trotz Nasenbeinbruch: Stark reist an

Niklas Stark

Niklas Stark unternimmt den nächsten Anlauf Richtung DFB-Elf-Debüt. imago images

Stark hatte sich die Verletzung im Spiel gegen Leipzig nach 72 Minuten durch einen Ellenbogenschlag seines Gegenspielers Konrad Laimer zugezogen und musste ausgewechselt werden. Am Sonntagvormittag wurde die gebrochene Nase im Berliner Virchow-Klinikum gerichtet.

Nach weiteren Gesprächen am Montag zwischen DFB, Hertha BSC und dem Spieler steht jetzt fest, dass Stark zum Auswahlteam reisen wird, das am Samstag in der EM-Qualifikation in Mönchengladbach auf Weißrussland trifft und am 19. November in Frankfurt/Main auf Nordirland. Für Dienstag, 17.30 Uhr, ist in Düsseldorf das erste Training angesetzt. Stark, bei dem aktuell die betroffene Zone im Gesicht noch stark blau-grün gefärbt ist, wird sich den Ärzten des DFB-Teams vorstellen und will - wenn die medizinische Abteilung grünes Licht gibt - mit einer Maske spielen. Der Hertha-Profi hatte sich bereits im April 2018 in einem Spiel gegen den 1. FC Köln einen Nasenbeinbruch zugezogen und war im übernächsten Spiel für seinen Klub mit einer Maske aufgelaufen.

Nach kicker-Informationen hat Bundestrainer Joachim Löw für den Fall, dass Stark spielfähig ist, dem Spieler eine Einsatzgarantie ausgestellt. Zuletzt war der U-21-Europameister von 2017 mehrfach kurzfristig vor seinem geplanten Debüt in der A-Nationalmannschaft gebremst worden. Im Oktober hatte Löw Stark für das Testländerspiel gegen Argentinien (2:2) in Dortmund fest eingeplant, ein Magen-Darm-Infekt kam dazwischen. Wenige Tage später - vor dem EM-Qualifikationsspiel in Estland (3:0) - verletzte sich der frühere Nürnberger im Team-Hotel bei einem nächtlichen Zusammenstoß mit einem Glastisch und zog sich eine Wunde am linken Unterschenkel zu.

Im März (gegen Serbien und in den Niederlanden), Juni (in Weißrussland und gegen Estland) und September (gegen die Niederlande und in Nordirland) hatte Stark jeweils dem DFB-Kader angehört, war aber - in allen sechs Spielen - auf der Bank verblieben. Länger als ihn ließ Löw in seiner 13-jährigen Amtszeit keinen neu nominierten Feldspieler jemals auf seine Premiere warten. Im September, nach der Rückkehr aus Belfast, hatte Stark gesagt: "Ich bleibe dran, bis es funktioniert." Dann kam das Oktober-Malheur. Jetzt, im November, könnte es endlich so weit sein - mit einer Maske und ganz viel Willen.

Steffen Rohr

Die DFB-Trikots von 1934 bis heute