Ex-Club-Coach und die Rückkehr in seine zweite Heimat

Köllner bei Sechzig angekomen: "Geiler Verein, da bist du richtig, Trainer!"

Michael Köllner

Neuer "Löwen-Dompteur": Michael Köllner. imago images

"Für mich zählen Werte", begann Köllner seine Ausführungen. Doch nicht nur ihn seien diese wichtig, auch "einen solchen Verein wie Sechzig prägen Werte". So schließe sich für ihn "ein Stück weit der Kreis, wenn du mit einem Verein zu tun hast, der viele und starke Werte verkörpert". Es sei erfüllend, ins Grünwalder Stadion zu gehen und zu merken, "dass das für ganz viele Leute nicht nur ein Verein oder ein Hobby ist. Es ist ihre Religion und ihr Lebensinhalt."

Dementsprechend freue sich Köllner, "wieder in München zu sein, weil das schon ein paar Jahre Heimat war. Auch, wenn ich Oberpfälzer bin - und das sehr gerne bin -, ist es hier auch Heimat." Da macht es für ihn auch keinen Unterschied, welchen Ruf der TSV derzeit innehat. "Mich interessiert nicht, wenn mir die Leute beschreiben, was hier schiefläuft, sondern mir ist wichtig, wenn die Leute mir sagen, was den Verein ausmacht." Und das sei kein "super Bankkonto" oder "eine gute Postleitzahl. Das ist irgendwas anders. Und das liegt meistens hier drin", deutete der neue Trainer auf sein Herz.

Wenn du, wie ich, in Bayern aufgewachsen bist, dann gab es damals nur drei Vereine. Bei einem war ich schon, beim anderen bin ich jetzt.

Michael Köllner

Jüngstes Beispiel: Ivan Knezevic. Der mittlerweile 26-Jährige "war auch mal hier - vielleicht kennen ihn manche. Der spielt jetzt in Bayreuth. Den habe ich bei den Amateuren in Nürnberg trainiert. Er war der Erste, der mir geschrieben hat: 'Geiler Verein, da bist du richtig, Trainer!' Das ist die wichtigste Information, die du brauchst, wenn du hier anfängst", so Köllner. "Und nicht: Der kann mit dem nicht und der kann mit dem nicht. Die Erfahrung muss ich selbst machen. Und die will ich auch selbst machen."

Sein Interesse an den Giesingern bestehe nach eigener Aussage übrigens nicht erst seit seinem jüngsten Engagement - vielmehr seit seiner Kindheit: "Wenn du, wie ich, in Bayern aufgewachsen bist, dann gab es damals nur drei Vereine. Bei einem war ich schon, beim anderen bin ich jetzt", der Dritte im Bunde ist übrigens der FC Bayern.

Einen festen Karriereplan verfolge der im oberpfälzischen Fuchsmühl geborene Köllner jedoch nicht. Der gelernte Zahnarzthelfer möchte vielmehr "Dinge machen, an denen ich große Freude habe, mit denen ich Erfolg haben kann und ich das Gefühl habe, dass die Leute mich wollen. Und das ist hier bei Sechzig absolut gegeben. Das ist ein Geschenk." Seine neue Aufgabe geht der 49-Jährige mit viel Elan an und ist davon überzeugt, "dass diese richtig gut ist. Jetzt sind wir wieder in München, sind in Bayern. Die Löwen haben einen bayerischen Trainer, und dann schauen wir mal, was passiert."

kög