Kimmichs Lob für Bayerns Innenverteidiger

Alaba? "Einer der besten der Welt"

"Er hat ein super Aufbauspiel und behält die Ruhe auch unter Druck": Bayern Münchens David Alaba. imago images

Wie sich Bayerns neu formierte Viererabwehrkette gegen Borussia Dortmund aus der Affäre ziehen würde, war eine der spannendsten Fragen vor dem Spitzenspiel. In den sozialen Netzwerken feixten nicht wenige BVB-Sympathisanten ob des bevorstehenden direkten Duells zwischen Alphonso Davies auf Bayerns linker Abwehrseite und Jadon Sancho auf dem rechten Dortmunder Flügel. Sie mussten bei der 4:0-Machtdemonstration des FC Bayern lernen: Theorie und Praxis sind zwei verschiedene Spiele. Neben Davies (Note 2) überzeugten auch Benjamin Pavard und Javi Martinez (beide ebenfalls Note 2), vor allem aber David Alaba (Note 1,5).

Der Österreicher gehört seit vielen Jahren zum Inventar des deutschen Rekordmeisters. Zwar agierte der 27-Jährige unter Pep Guardiola früher auch mal innen, sein angestammtes Revier ist jedoch die linke Abwehrseite. "Ich fühle mich links schon wohler, das ist kein Geheimnis", sagte Alaba nach dem Sieg, zu dem er mit gutem Stellungsspiel, cleverer Zweikampfführung und vor allem herausragenden Pässen im Spielaufbau viel beigetragen hatte. "Natürlich muss ich die Position anders ausfüllen als auf meiner angestammten links. Man muss das Spiel anders lesen und anders agieren", erklärte Alaba die Umstellung, die ihm offenbar nicht schwerfällt.

Kimmich: "Seine Körpersprache ist Wahnsinn"

Großes Lob heimste er für seine Leistung von Mitspieler Joshua Kimmich ein: "Ich habe es David schon mal gesagt: Er gefällt mir überragend als Linksverteidiger, aber in der Innenverteidigung ist er für mich einer der besten der Welt. Seine Körpersprache ist Wahnsinn, er hat ein super Aufbauspiel und behält die Ruhe auch unter Druck."

So schnell ändern sich im Fußball Perspektiven. Wo nach den schweren Verletzungen von Niklas Süle (Kreuzbandriss) und Lucas Hernandez (Sprunggelenk) noch große Fragezeichen über der Personaldecke im Defensivverbund schwebten, kann Hans-Dieter Flick auch ohne dieses Duo positiv in die kommenden Wochen schauen. Das Quartett Pavard-Martinez-Alaba-Davies hat entsprechend Werbung für sich betrieben und sollte Option Nummer eins sein. Wohl auch zum Nachteil von Jerome Boateng, der beim 1:5 in Frankfurt die Rote Karte gesehen hatte und beim nächsten Spiel in Düsseldorf zum zweiten und letzten Mal gesperrt fehlen wird. Youngster Lars-Lukas Mai bleibt Back-up auf der Bank, im Notfall könnte auch Kimmich jederzeit wieder nach hinten rechts rücken und Pavard beispielsweise nach innen. Planspiele, die nach der Leistung vom Samstag jedoch erstmal in der Schublade verschwinden dürften.

Frank Linkesch

Die kicker-Noten Bayern-BVB: Befreiung 2,0, Blamage 5,04