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Ronaldo verschwindet wütend - doch Sarri ist ihm "dankbar"

Juventus-Trainer erklärt nächste vorzeitige Auswechslung

Ronaldo verschwindet wütend - doch Sarri ist ihm "dankbar"

Cristiano Ronaldo

Durfte gegen Milan nicht einmal eine Stunde lang mitwirken: Cristiano Ronaldo. imago images

136-mal ist Cristiano Ronaldo in seiner bald 900 Pflichtspiele umfassenden Karriere schon ausgewechselt worden, aber so etwas hat er wohl noch nie erlebt: Zum zweiten Mal hintereinander holte ihn sein Trainer vom Rasen, als seine Mannschaft unbedingt noch Tore brauchte.

Sarri behielt mit seinen Wechseln Recht - doch natürlich brodelt es trotzdem

Maurizio Sarri behielt beide Male Recht - gegen Lokomotive Moskau in der Champions League gewann Juventus Turin danach ebenso noch (2:1) wie am Sonntag in der Liga gegen Milan (1:0), als sogar der für Ronaldo eingewechselte Paulo Dybala das Siegtor erzielte und Juves Tabellenführung sicherte. Doch natürlich brodelt es in Turin jetzt trotzdem.

Während Ronaldo nach seiner Auswechslung gegen Moskau (81. Minute) wenigstens noch angefressen auf der Bank Platz genommen hatte, stürmte er nun, da ihn Sarri bereits in der 55. Minute zur Seitenlinie bat, direkt in die Kabine. "Sky Sport Italia" berichtete noch am Abend, dass Ronaldo das Stadion gar vorzeitig verlassen habe - exakt drei Minuten vor dem Schlusspfiff.

Ronaldo leide immer noch an einer Knieblessur aus dem Oktober

Warum hat Ronaldo gerade so einen schweren Stand bei Sarri? "Ich habe kein Problem mit ihm", versicherte der Trainer, der vorige Saison schon beim FC Chelsea und Eden Hazard gezeigt hatte, dass er keine Hemmungen hat, sich mit den Topkräften seines Kaders anzulegen, wenn er es für richtig hält.

"Man sollte ihm dankbar sein, dass er sich zur Verfügung gestellt hat, obwohl er nicht in der besten Verfassung ist", lobte Sarri sogar und berichtete von einem Schlag auf das Knie, den Ronaldo im Oktober im Training abbekommen habe und der ihn immer noch behindere, "wenn er mit hoher Intensität trainiert oder spielt". Unter der resultierenden veränderten Belastung litten auch Waden- und Oberschenkelmuskulatur, so Sarri. "Und das beeinträchtigt seine Leistung."

War Ronaldos Abgang nicht respektlos? Auch das sieht Sarri gelassen

Ob Ronaldo das genauso sieht, bleibt fraglich. Dass er seine Wut erneut zur Schau stellte, stört Sarri jedoch wenig. "Alle Spieler, die ihr Bestes geben wollen, sind mindestens fünf Minuten sauer, wenn sie ausgewechselt werden - jeder Trainer wäre besorgt, wenn es anders wäre." Doch wenn Ronaldo tatsächlich einfach aus dem Stadion geflohen sein sollte? Wäre das nicht eine Respektlosigkeit? Auch das sieht Sarri gelassen: "Wenn das stimmt, ist das ein Problem, das er mit seinen Teamkollegen klären muss."

jpe