Bundesliga

Union überholt Hertha - "Eine schöne Randnotiz"

"Stadtmeisterschaft" blieb in Köpenick weiter Thema

Union überholt Hertha - "Eine schöne Randnotiz"

Urs Fischer

Hat den Klassenerhalt fest im Blick: Berlins Trainer Urs Fischer. imago images

Mit dem 3:2 in Mainz fuhr Bundesliga-Neuling Union den ersten Auswärtssieg ein, verschaffte sich zudem mit nun 13 Punkten eine gute Ausgangsposition für den Endspurt in der Hinrunde - und überholte Stadtrivale Hertha BSC (elf Zähler) wie auch schon nach dem dritten Spieltag erst einmal wieder in der Tabelle. Die mitgereisten Fans der Köpenicker feierten in Rheinhessen aber nicht nur deshalb, sondern auch noch einmal das 1:0 in der Vorwoche über den Lokalrivalen.

Unions Coach Urs Fischer äußerte am Sonntag einerseits Verständnis für die Freude der Supporter. "Ich war lange genug Spieler, ich habe Derbys erlebt, habe erlebt, was es bedeutet, wenn du in der Rangliste vor dem Nachbarn bist", sagte der ehemalige Profi des FC Zürich und des FC St. Gallen. Andererseits mahnte er auch sachlich: "Es nutzt dir nichts, wenn du am Ende vor Hertha stehst, aber - nur mal als Beispiel - wir beide absteigen. Dann wären wir Stadtmeister, aber abgestiegen. Super. Damit können wir nichts anfangen."

Klassenerhalt steht über allem

Über allem steht bei Union der Klassenerhalt. Das betonte auch Robert Andrich. "Es ist nur wichtig, dass wir so viele Punkte wie möglich sammeln und am Ende unser großes Ziel erreichen", sagte der Mittelfeldspieler, der einst bei Hertha ausgebildet worden war, und ergänzte: "Dass wir vor Hertha stehen, ist eine schöne Randnotiz." Mehr eben nicht.

"Stadtmeisterschaft" soll erst einmal erledigt sein

Nach dem Derby war tagelang über die Pyro-Vorfälle und den Leuchtraketen-Beschuss diskutiert worden. Nun sollen aber alle Themen rund um die "Stadtmeisterschaft" erst einmal erledigt sein.

Am Mittwoch (17.30 Uhr) testet Union gegen Zweitligist Holstein Kiel. Dann sollen die Spieler Einsatzzeit bekommen, die im 33-Mann-Kader des Aufsteigers bislang nicht so oft gefragt waren. Das könnte nicht zuletzt für Felix Kroos und Manuel Schmiedebach gelten, die aufgrund der Sperre von Andrich (fünfte Gelbe Karte) für das Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach nach der Länderspielpause Anwärter auf einen Startelf-Platz im defensiven Mittelfeld sind.

Mees' Einsatz fraglich

Ob Joshua Mees gegen Kiel zum Einsatz kommen kann, ist derweil fraglich. Der Offensivakteur hatte für das Auswärtsspiel in Mainz nicht im Kader gestanden. Wie Fischer am Sonntag erklärte, habe Mees im Abschlusstraining über Adduktorenprobleme geklagt. Wie schwer die Blessur ist, "wird noch genau abgeklärt", sagte Fischer, der zudem berichtete, dass sich Ersatztorwart Jakob Busk den Finger verdreht habe. "Er hat ein bisschen Probleme, aber nicht so, dass er länger ausfällt. Er bekommt wahrscheinlich zwei, drei Tage Ruhe", so der Schweizer Coach.

Schlotterbeck vor Rückkehr

Ebenfalls in absehbarer Zeit soll Keven Schlotterbeck wieder einsatzfähig sein. Der Innenverteidiger musste in Mainz nach einer guten halben Stunde ausgewechselt werden, nachdem er den Ball nach einem abgeblockten Ball im Gesicht abbekommen hatte. "Er ist wohlauf, es geht ihm gut. Jetzt braucht es noch ein bisschen Geduld", berichtete Fischer, der davon sprach, dass es bei Schlotterbeck "in Richtung" einer leichten Gehirnerschütterung gehe. Am Sonntag habe Schlotterbeck beim Auslaufen nur ein "ganz leichtes" Programm absolviert. Am Montag "schauen wir mal, wie es ausschaut. Aber da bin ich positiv gestimmt", so der 53-Jährige.

Jan Reinold

Bilder zur Partie 1. FSV Mainz 05 - 1. FC Union Berlin