Bremen hadert mit der Chancenverwertung

Kohfeldt: "Habe nicht das Gefühl, dass wir hergespielt wurden"

Florian Kohfeldt

Ist mit seinem Team seit sieben Ligaspielen sieglos: Bremens Trainer Florian Kohfeldt. imago images

"Ich finde, wir haben es nicht schlecht gemacht, wir hatten gute Lösungen. Wir haben Yuya Osako im Zentrum angespielt und dann waren die Räume da. Wir haben einfach unsere Tore nicht gemacht und Gladbach hat das eiskalt ausgenutzt", fasste Maxi Eggestein die Partie bei "DAZN" zusammen. Werder spielte mutig mit - und bekam dann zwei Gegentore binnen zwei Minuten: Zunächst mal wieder nach einem Standard und anschließend nach einem langen Ball, als Jiri Pavlenka zu unentschlossen rauskam. "In der ersten Hälfte geben wir zwei Tore zu einfach weg. Dann haben wir ein paar Chancen zurückzukommen, vergeben diese aber. Dann kriegen wir das 0:3 und dann ist es eigentlich vorbei. Wir haben zu einfach Tore gekriegt und die Chancen nicht gemacht", stimmte Kapitän Davy Klaassen mit ein.

Noch vor der Pause hatten die Werderaner die Chance zum Anschluss, Milot Rashica und Maxi Eggestein scheiterten am stark aufgelegten Gladbach-Keeper Yann Sommer. Speziell der Kopfball der Nummer 35 der Bremer muss eigentlich sitzen. "Den muss ich auf jeden Fall weiter ins Eck platzieren. Da muss ich ein Tor draus machen, das ist klar", sah Eggestein ein. Ein Tor muss nach dem Seitenwechsel auch Klaassen machen, doch der Niederländer scheiterte vom Elfmeterpunkt an Sommer. Somit fing sich Werder das 0:3 durch Patrick Herrmann, anschließend war die Begegnung entschieden.

"Wir haben aus dem Spiel heraus die deutlich besseren Torchancen als Gladbach, wir machen sie nur nicht. Und dann kriegen wir aus dem Nichts die Gegentore. Ich habe nicht das Gefühl, dass wir heute hergespielt wurden", sagte SVW-Coach Florian Kohfeldt. "Wir haben uns viele Chancen erarbeitet und sind dann nicht so konsequent. Deshalb ist Gladbach Erster und wir 14. Einen Qualitätsunterschied im Spiel selbst habe ich sonst nicht wirklich gesehen, sondern nur in diesen Momenten." Und der Trainer legte nach: "Ich habe ein bisschen das Gefühl, bei 'Täglich grüßt das Murmeltier' zu sein. Ich weiß nicht, ob die bessere Mannschaft heute gewonnen hat. Definitiv hat die effektivere Mannschaft gewonnen."

Kohfeldt ist stolz auf die Mannschaft

Was man Werder aber positiv auslegen muss: Die Bremer haben sich nie aufgegeben. In der dritten Minute der Nachspielzeit gab es dafür den Lohn durch das 1:3 durch Leonardo Bittencourt. "Ich habe mich richtig über das 1:3 gefreut, weil es zeigt, dass wir immer weitermachen. Wir haben null Verunsicherung in unserem Spiel. Wir spielen mutig, verteidigen mutig. Ich bin stolz darauf, wie die Jungs weitergespielt haben. Und das muss und wird sich in Punkte ummünzen", berichtete Kohfeldt.

Seit sieben Spielen sieglos

Das sollten die Bremer allerdings langsam machen, sonst könnte es ganz ungemütlich werden. Nach zuletzt sieben Begegnungen ohne Sieg (0/5/2) haben die Norddeutschen nur noch zwei Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz. "Insgesamt sind es einfach im Moment viele Dinge, die wir besser machen müssen", merkte Eggestein an. Und Klaassen forderte: "Wir wissen, dass wir punkten müssen. Jetzt ist Pause und danach müssen wir mal wieder gewinnen." Nach der Länderspielpause geht es für Bremen am 23. November gegen Schalke weiter.

mst

Bilder zur Partie Bor. Mönchengladbach - Werder Bremen