Unverständnis in Berlin - Stark fällt für Länderspiele aus

Nach Starks Verletzung: Schiedsrichter Storks in der Kritik

Niklas Stark

Gezeichnet: Niklas Stark. imago images

Es hätte die große Party zum 30-jährigen Jubiläum des Falls der Berliner Mauer werden sollen, doch am Ende setzte es mit dem 2:4 gegen Leipzig den nächsten herben Rückschlag. Knackpunkt des Spiels war laut Herthas Trainer Ante Covic der Elfmeter. Der Kroate bezog sich dabei auf die 38. Minute, als Schiedsrichter Sören Storks nach Eingreifen des VAR Handelfmeter für RB Leipzig gab - Rekik hatte den Ball aus sehr kurzer Distanz an die Hand bekommen. "Wenn du 20 Zentimeter vom Ball weg bist, was willst du da machen?", fragte Rekik nach Abpfiff und ergänzte: "Das ist lächerlich, aber damit musst du dann leben." Auch wenn über die Entscheidung sicherlich diskutiert werden kann, regelkonform war sie.

Leben musste die Hertha also auch mit dem Ausgleich durch Werner. "Wir wurden durch eine Entscheidung gebremst, für die ich kein Verständnis habe", sagte Covic bei "Sky" und beklagte sich dann über eine weitere Szene, die nicht gerade zu Gunsten der "Alten Dame" entschieden wurde. In der 73. Minute stieg Leipzigs Laimer im eigenen Sechzehner hoch, hatte dabei den Arm sehr weit draußen, traf mit diesem Stark im Gesicht und bekam das Leder sogar noch auf den Arm. Stark musste ausgewechselt werden, Covic beschwerte sich lautstark und sah dafür Gelb. Bemerkenswert in dieser Szene war, dass Storks den Videobeweis nicht zu Rate zog - und das, obwohl Stark blutend raus musste.

Berliner vermissen den VAR

Zu diesem Zeitpunkt stand es 2:1 für RB - ein Strafstoß (Foul- oder Handelfmeter, beides wäre berechtigt gewesen) hätte das Blatt wenden können. "Unfassbar, wo der Ellenbogen des Gegenspielers ist. Da hat die Hand nichts zu suchen", stellte Covic fest und regte sich vor allem darüber auf, dass der Unparteiische sich die Szene "nicht einmal anschaut. Das finde ich nicht Ordnung."

Ähnlich verständnislos war Mittelstädt, der beide Elfmeterszenen in Relation setzte. "Nik (Niklas Stark, Anm. d. Red.) wird die Nase gebrochen und da wird noch nicht einmal nachgeschaut. Was soll denn das? Da verstehe ich die Welt nicht mehr", so der 22-Jährige und ergänzte: "Wegen so einer Szene (Handelfmeter Rekik, Anm. d. Red.) geht der Schiri raus und schaut sich das an - und bei Nik passiert nichts? Das verstehe ich nicht, muss ich nicht verstehen."

Laimer weiß um sein Glück

Eine etwas andere Sichtweise hatte indes Leipzigs Laimer. "Ich habe es richtig gemerkt. Mein Arm hat richtig weh getan danach. Ich will einfach nur zum Kopfball springen. Er ist hinter mir und trifft mich voll am Ellenbogen. Ich hatte das Gefühl, als würde er in mich reinspringen", sagte der Österreicher, gab aber auch zu, dass er Glück hatte. "Natürlich komme ich mit meinem Arm an seinen Kopf und wenn ich Pech habe, dann pfeift er das." Dass er den Ball auch noch an den Arm bekommen hatte, hatte Laimer laut eigener Aussage schon gar nicht mitbekommen. "Wir hatten heute Glück, dass die 50:50-Entscheidungen für uns getroffen wurden."

Doppelt bitter für Stark ist, dass dieser sich das Nasenbein gebrochen hat und damit auch die anstehenden Länderspiele gegen Weißrussland (16. November) und Nordirland (19. November) verpassen wird. Der 24-Jährige muss also auf sein Debüt in der DFB-Elf weiter warten.

drm

Bilder zur Partie Hertha Wels - USV St. Anna