Jets und Giants enttäuschten bislang - mal wieder

"Battle of New York" wird zu Not gegen Elend

Daniel Jones, Sam Darnold

Erneute Schieflage: Die Stimmung bei den Giants und den Jets ist vor dem Stadtduell auf dem Boden. imago images (2)

Nur drei Spiele konnten beide Teams zusammen in dieser Saison gewinnen. Zwei die Giants, eins die Jets. Bereits in den letzten beiden Jahren rangierten die Franchises aus dem "Big Apple" unter den schwächsten Teams der Liga, sammelten fleißig hohe Draft Picks. Nun, in dieser Saison, sollte alles anders werden. Mal wieder. Anfang November haben die Giants nun fünf Spiele in Folge verloren, die Jets zeigten am vergangenen Wochenende eine desolate Vorstellung und sorgten dafür, dass die bislang sieglosen Miami Dolphins ihr erstes Erfolgserlebnis feiern durften. Sowohl in der Offense als auch in der Defense offenbaren Jets und Giants offensichtliche Schwächen, die Stühle der beiden Head Coaches, Pat Shurmur und Adam Gase, wackeln bereits jetzt.

Eine weitere frappierende Übereinstimmung der beiden New Yorker Saisons: Bei beiden war zwischenzeitlich Hoffnung auf das Ende der Durststrecke aufgekeimt - aufgrund eines jungen Heilsbringers auf der Quarterback-Position, der dann doch schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt wurde.

Jones und Darnold mit Licht und viel Schatten

Bei den Giants sorgte Daniel Jones, sechster Pick des diesjährigen Drafts, nicht nur für das Ende der Ära Eli Manning, sondern gleich in seinem ersten Spiel von Beginn an für Euphorie bei den "G-Men". Bei seinem Debüt am 3. Spieltag schaffte der 22-Jährige ein grandioses 18-Punkte-Comeback gegen die Tampa Bay Buccaneers und schob einen weiteren souveränen Erfolg über die Washington Redskins hinterher. Dann, als auch die gegnerischen Verteidigungslinien stärker wurden, bewahrheitete sich doch, was viele Experten vor dem Draft prognostiziert hatten: Jones trifft häufig falsche Entscheidungen, verliert exorbitant oft den Ball: In sieben Startelf-Einsätzen leistete er sich zehn Fumbles und acht Interceptions.

Jets-Quarterback Sam Darnold war nach einer ordentlichen Rookie-Saison im vergangenen Jahr bereits zum neuen Gesicht der Franchise auserkoren worden. So hatten Fans und Coach auch eine Ausrede, dass die ersten fünf Spiele allesamt verloren gingen, nachdem der 22-jährige Spielmacher aufgrund des Pfeifferschen Drüsenfiebers rund einen Monat lang ausfiel - und die Hoffnung flammte umso heller auf, als Darnold die "Gang Green" bei seinem Comeback zu einem unerwarteten 24:22-Erfolg über die favorisierten Dallas Cowboys führte. Der einzige Jets-Sieg der Saison - und bislang nicht mehr als ein Strohfeuer. Die drei Spiele seit dem Erfolg über Dallas gingen teils desolat verloren, Hoffnungsträger Darnold warf ganze acht Interceptions.

Es geht um Prestige - und einen hohen Draft-Pick

"Jones ist schon jetzt besser als Darnold", merkte der frühere Jets-Coach Rex Ryan zuletzt an. Nun treffen die beiden jungen Spielmacher, die den Erfolg zurück nach New York bringen sollen, erstmals in der NFL aufeinander. Das Duell zwischen Jets und Giants, so gering der sportliche Wert sein mag, bringt reichlich Prestige mit sich. "Ich weiß, wie wichtig dieses Spiel für die Stadt New York ist", sagte Jets-Running Back Le'Veon Bell, dessen Fernduell mit Giants-Gegenüber Saquon Barkley wohl noch die spektakulärsten Spielzüge im "Battle of New York" verspricht.

Aus sportlicher Sicht könnte hingegen eine Niederlage langfristig erfolgversprechender für die beiden Franchises sein. Denn Jets und Giants duellieren sich auch um die ersten Picks im Draft 2020. Mal wieder.

mib

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