Liverpool-Fan Cox gegen ManCity erstmals wieder im Stadion

Klopp: "Auch die Hotdog-Verkäufer müssen in Topform sein"

Jürgen Klopp und Pep Guardiola

Wiedersehen in Anfield: Jürgen Klopp erwartet Pep Guardiola. imago images

"Man darf Spiele nicht größer machen als sie ohnehin schon sind", meinte Klopp am Freitag. Größer wird es in England im Jahr 2019, zumindest in sportlicher Hinsicht, aber wirklich nicht. Manchester City reist am Sonntag mit sechs Punkten Rückstand - und einigen Bedenken - nach Anfield. Dort hat City seit Mai 2003 nicht mehr gewonnen. An der Qualität des Gegners ließ Klopp bei seiner Spieltags-PK dennoch keinen Zweifel, Pep Guardiola bezeichnete er einmal mehr als "besten Trainer der Welt".

Wenn du gegen ManCity nicht mutig bist, hast du keine Chance.

Jürgen Klopp

Es werde ein gutes Fußballspiel werden, meinte Klopp: "Aber ich bin mir nicht sicher, für wen. Für die Trainer aus taktischer Sicht oder für die Fans aus spektakulärer Sicht." In der vergangenen Saison trat City beim 0:0 in Anfield überaus vorsichtig auf. Am Ende einer Partie mit wenigen Höhepunkten hatte Liverpool noch Glück, dass Riyad Mahrez spät einen Elfmeter verschloss. Nicht ausgeschlossen, so Klopp, dass am Sonntag wieder keine Tore fallen: "Wenn man sich darum kümmert, die Stärken des Gegners auszuschalten, kann man vielleicht nicht so kreativ und offensiv sein." Gleichzeitig stellt der Reds-Coach aber auch klar: "Wenn du gegen ManCity nicht mutig bist, hast du keine Chance."

Klopp forderte die Fans auf, früh ins Stadion zu kommen. Das Team vom Aufwärmen an zu unterstützen. "Jeder im Stadion muss in absoluter Topverfassung sein", sagte Klopp, der wohl auf Innenverteidiger Joel Matip verzichten muss: "Auch die Jungs, die die Hotdogs verkaufen."

Die Besonderheit der Partie müsse man den Spielern gegenüber nicht betonten, meinte Klopp. Auf ein Normalmaß herunterstutzen müsse man sie jedoch auch nicht. "Wir müssen uns selber emotionalisieren für so ein Spiel. Man kann sich nicht auf das nächste Level hieven, ohne dass man sich komplett darauf einlässt. Und das hat mit Emotionen zu tun. Wir wissen, dass wir uns in eine bestimmte Stimmung versetzen müssen, um Top-Leistungen abrufen zu können."

Emotionale Rückkehr: Klopp will Cox vor dem Spiel treffen

Noch emotionaler als Liverpool-Heimspiele ohnehin immer daherkommen, wird die Partie am Sonntagnachmittag wegen einer Rückkehr: Erstmals seit er vor dem Halbfinal-Hinspiel in der Champions League im April 2018 von gewalttätigen Anhängern der AS Rom attackiert worden war, wird Liverpool-Fan Sean Cox wieder ein Reds-Heimspiel besuchen. Bei der Attacke hatte er einen schweren Hirnschaden erlitten, muss Sprache und Bewegung immer noch lernen. Der Weg für den 54-Jährigen ist weiterhin beschwerlich, am Sonntag ist er jedoch erstmals wieder in Anfield dabei.

"Als es passiert ist, war es der Tiefpunkt meiner Zeit in Liverpool. So etwas sollte nie passieren, nicht im Leben und nicht bei einem Fußballspiel", befand Klopp, betonte aber: "Dass er nun zurückkehren und sich ein Spiel anschauen will, ist eines meiner echten Highlights." Er hoffe, dass er Cox vor dem Spiel für ein paar Minuten treffen könne. "Wir singen You'll never walk alone nicht nur, wir leben es. Ich hoffe, dass er und seine Familie das gespürt haben."

ski

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