Pole ist der BVB-Schreck

Lewandowski ausschalten? - Das rät Weltmeister Kohler

Stellt einen Vergleich zwischen Robert Lewandowski und Muhammad Ali auf: Jürgen Kohler, Weltmeister von 1990.

Stellt einen Vergleich zwischen Robert Lewandowski und Muhammad Ali auf: Jürgen Kohler, Weltmeister von 1990. imago images

Wenn Lucien Favre über Lewandowski spricht, macht sich Dortmunds Trainer erst gar nicht die Mühe, seine Hochachtung vor der Münchener Tormaschine zu verbergen. "Lewandowski ist mit und ohne Ball schnell, er bewegt sich richtig und kann die Bälle halten", sagt Favre, "er ist brandgefährlich im Strafraum. Wir müssen sehr gut gegen ihn spielen, er ist große Klasse."

Weltmeister Jürgen Kohler hält Lewandowski für den besten und komplettesten Stürmer in der Bundesliga - und für einen der drei besten in Europa. Wie man ihn ausschalten kann? "Man muss sich als Abwehrspieler bewusst sein, welche Auftaktbewegung Lewandowski macht", betont Kohler, "er dreht häufiger über die rechte Seite auf als über die linke. Bei ihm darf man auch nicht zu nah drauf sein." Kohler empfiehlt "eine Armlänge Abstand".

Kohler: "Viele Verteidiger haben keine Vorderfußarbeit mehr"

Dass viele Innenverteidiger gegen Lewandowski auf verlorenem Posten stehen, führt der Ex-Profi von Bayern München und Borussia Dortmund auf deren mangelnde Beweglichkeit zurück: "Viele Verteidiger haben keine Vorderfußarbeit mehr und stehen platt mit beiden Füßen auf dem Boden." Doch: Nur wer auf den vorderen Ballen arbeite, sei beweglich genug, um einem Angreifer von Lewandowskis Güteklasse zu folgen. "Du hast einen viel schnelleren Abdruck", verrät Kohler, "wenn er anzieht, bist du auch schneller dabei."

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Als Prototypen eines Vorderfußarbeiters nennt der 54-Jährige den früheren Boxchampion Muhammad Ali. Er sei ein Tänzer im Ring gewesen, leichtfüßig und beweglich. "Deshalb wurde er nicht getroffen", sagt Kohler, "dasselbe gilt heute auch für Lewandowski." Weil Dortmund weder mit Mats Hummels noch mit Manuel Akanji über "Vorderfuß-Verteidiger" verfüge, empfiehlt Kohler solides Abwehr-Handwerk gegen Lewandowski: "Man muss dann versuchen, ihn mit zwei oder drei Leuten abzufangen - oder schon im Vorfeld den Pass auf ihn unterbinden."

Bayerns Sieg gegen Piräus? "Eine Befreiung war das nicht"

Der Welt- und Europameister kann sich nicht vorstellen, dass der FC Bayern am Samstag (Anstoß 18.30 Uhr, LIVE! bei kicker.de) die Borussia wie in den vergangenen Jahren zerlegt und demütigt. Dortmund habe das Momentum auf seiner Seite, meint Kohler, und der Münchener 2:0-Sieg über Piräus in der Champions League habe ihn auch nicht aus den Socken gehauen: "Eine Befreiung war das nicht."

Sorgen bereitet Kohler, dass der BVB schon fünfmal in dieser Saison zwei und mehr Tore kassierte. Seine Erklärung: "Es arbeiten nicht alle gut gegen den Ball."

Thomas Hennecke

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