Wer ist eigentlich Real Madrids Rodrygo?

"Da ist ein Kind in Santos, das ein Star werden wird"

Rodrygo

Der Mann des Abends am Mittwoch: Reals Rodrygo. imago images

45 Millionen Euro ließ sich Real Madrid Rodrygo kosten. Mitte Juni 2018 wurde der Wechsel fix gemacht, im Januar 2019 wurde der Brasilianer 18 Jahre alt. Die Königlichen und sein abgebender Verein Santos verständigten sich auf einen Wechsel im Sommer 2019.

Zuvor kickte das junge Talent nur in seiner Heimat. Im Alter von fünf Jahren fing er bei Ceara SC das Fußballspielen an, 2010 folgte sein Wechsel zum FC Santos. Mit 16 Jahren machte der gelernte Rechtsaußen sein erstes Spiel für die Profis, im Januar 2018 erzielte er seinen ersten Treffer - es war das 2:1-Siegtor gegen Ponte Preta. Schon 2017 spielte er erstmals für Brasilien, damals in der U 17. Ende Oktober dieses Jahres wurde er von Nationaltrainer Tite zum ersten Mal für die A-Nationalmannschaft nominiert. Ende November wird er bei den Freundschaftsspielen gegen Argentinien und Südkorea dabei sein.

Die Karriere des Rodrygo geht also steil nach oben. Und das gilt auch für sein Engagement bei den Königlichen. Als er im Sommer in Madrid ankam, war eigentlich der Plan, dass er seine Einsätze in der zweiten Mannschaft bekommt. An eine Leihe war nicht zu denken, Real wollte das Talent behalten und es in Ruhe über Real Madrid Castilla entwickeln. Aber dann ging es doch ganz schnell und Rodrygo war Teil des Profiteams. Die Verletzungen von Marco Asensio und Gareth Bale sowie Vinicius' Suche nach seiner Form machten Plätze im Angriff der Blancos frei.

Gala gegen Galatasaray

Am 25. September debütierte er für Real gegen Osasuna, erzielte zwei Minuten nach seiner Einwechselung den 2:0-Siegtreffer. Im Champions-League-Hinspiel bei Galatasaray folgte sein erster Startelfeinsatz für die Königlichen. In der Liga, wo er insgesamt viermal zum Einsatz kam, stand er erstmals beim 5:0 gegen Leganes am 30. Oktober unter den ersten Elf - und erzielte prompt sein nächstes Ligator. Das bisherige Highlight seiner Zeit in Madrid dann am Mittwoch: Beim 6:0 im Rückspiel gegen Galatasaray erzielte der Brasilianer drei Treffer und legte ein Tor von Karim Benzema perfekt vor. Rodrygo traf mit links, mit rechts und per Kopf. Mit 18 Jahren und 301 Tagen ist er nun der zweitjüngste Spieler, der für Real Madrid in der Champions League dreifach traf. Nur Raul war jünger, er erzielte mit 18 Jahren und 113 Tagen beim 6:1 gegen Ferencvaros in der Gruppenphase 1995/96 ebenfalls drei Tore.

"Der Blitz" verzückt das Bernabeu

In Brasilien wird er "der Blitz" genannt. Und wie ein solcher hat er am Mittwochabend ins Bernabeu eingeschlagen. Es hallten Sprechchöre durch das weite Rund, das Publikum feierte den Senkrechtstarter. "Das Beste an Rodrygo im Alter von 18 Jahren ist nicht, dass er Talent hat - und davon hat er reichlich - oder dass er treffen kann, was er bereits bewiesen hat. Nein, das Beste an Rodrygo ist seine enorme Intelligenz - und das ist sehr vielversprechend für die Zukunft. Rodrygo sieht das Spiel, und was drumherum passiert. Deswegen versucht er nicht, immer wenn er den Ball hat, die besten Tricks zu machen. Er weiß, das ist nicht nötig", heißt es in der Marca.

Das Zusammenspiel zwischen Rodrygo und Karim Benzema funktionierte sehr gut.

Das Zusammenspiel zwischen Rodrygo und Karim Benzema funktionierte sehr gut. imago images

Schnörkellos und schon sehr reif

Rodrygo will einfach kicken, ohne Schnörkel, ohne große Show. Für sein Alter von 18 Jahren spielt er schon sehr reif. Zwangsläufig kommt der Vergleich mit Vinicius auf, der ebenfalls im Alter von 18 Jahren zu Real kam, in der vergangenen Saison von Ausfällen anderer Spieler profitierte und somit früh zu vielen Einsätzen kam. Vinicius verzückte ebenfalls das Bernabeu, gehörte in der vergangenen Saison zu den besten Akteuren der Madrilenen. Aber aktuell sucht er seine Form. Was Rodrygo seinem Landsmann voraus hat, ist zum einen sein eher geradliniges Spiel, Vinicius trickst mehr. Zum anderen hat Rodrygo bisher seine Torgefahr unter Beweis gestellt, das ist noch das große Problem von Vinicius, er lässt einfach zu viele Chancen liegen.

Voller Fokus auf das Sportliche

Die Vorzeichen bei Rodrygo stehen gut, sein Umfeld ist sehr professionell. Sein Vater Eric sowie sein Berater Nick Arcuri unterstützen ihn. Dadurch kann sich das Talent voll auf das Sportliche konzentrieren. Laut Marca lernen beide seit 2018, als der Wechsel des noch 17-Jährigen zu den Blancos offiziell wurde, bereits spanisch. Klingt also alles sehr vielversprechend. Und so ist die Aussage von Berater Arcuri, die er 2014 im Austausch mit Verantwortlichen von Real äußerte, wohl viel mehr als nur ein leeres Versprechen: "Da ist ein Kind in Santos, das ein Star werden wird."

mst

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