Sieglos-Serie folgt auf Super-Serie

Schläfrige Wölfe-Defensive: Glasner wartet auf nächtliche Eingebung

VfL Wolfsburg Trainer Oliver Glasner nach Niederlage gegen Gent

Hat im Schlaf die besten Ideen: VfL-Coach Oliver Glasner. imago images

Die erste halbe Stunde hatte der VfL Wolfsburg klar im Griff und spielte vor allem bis zum 1:0-Führungstreffer durch Joao Victor teils erfrischenden Offensiv-Fußball. Nach dem Seitenwechsel und vor allem nach dem 1:1 durch Yaremchuk, dem eine unzureichende Kopfballabwehr von Bruma vorausgegangen war, gingen bei den Wölfen die Köpfe runter und es lief nahezu nichts mehr zusammen. Joao Victor hatte unmittelbar vor dem 1:2 zwar die erneute Führungschance, doch inkonsequentes Abwehrverhalten ermöglichte den Belgiern prompt das nächste - zu einfache - Gegentor: Knoche verlor Depoitre aus den Augen. Auch beim 1:3 machte die Wolfsburger Hintermannschaft alles andere als einen sicheren Eindruck.

Für Mittelfeldmann Arnold war es nach der Partie am RTL-Mikrofon unerklärlich, wie er und seine Mannschaftskollegen sich immer mehr nach hinten drücken lassen haben: "Es gab keinen Anlass etwas an der Marschroute zu ändern." Trotzdem wurde der VfL immer passiver. "In der zweiten Halbzeit haben wir gar nichts gemacht und sind gar nicht mehr nach vorne gekommen."

Spielersteckbrief Arnold

Arnold Maximilian

Trainersteckbrief Glasner

Glasner Oliver

Ich denke, dass wir dieses Spiel nie und nimmer verlieren hätten dürfen.

Oliver Glasner

Gegentore fallen zu einfach

Irritierend war vor allem, dass entscheidende Zweikämpfe im zweiten Abschnitt nicht mehr gewonnen wurden und die Tore so sehr einfach fielen. Auf die Frage, ob dies auch für Trainer Oliver Glasner irritierend gewesen sei, antwortete der Österreicher nur mit einem knappen "Ja". Seine Mannschaft schaffe es momentan nicht, den Glauben an sich wieder zu finden, dass das Spiel noch gedreht werden könne. "Mit dem Ausgleich gehen die Köpfe runter und wir verlieren das Vertrauen in uns. Ich denke, dass wir dieses Spiel nie und nimmer verlieren hätten dürfen."

Weil Fußball nun aber nicht im Konjunktiv stattfindet, hat Glasner jetzt die Aufgabe, seine Spieler wieder aufzurichten und ihnen das verlorene Vertrauen zurückzugeben. Seine Methode dafür? Schlaf! "Ich schlaf jetzt mal drüber - wahrscheinlich aber nicht viel. Meistens fällt mir in der Nacht schon das Richtige ein, darauf vertraue ich auch heute."

Erreichen der Zwischenrunde ist weiterhin möglich

Dass die Wölfe durch das 2:2 zwischen Oleksandrija und St. Etienne ein mögliches Erreichen der Zwischenrunde noch selbst in der Hand haben, spielte für den VfL-Trainer keine Rolle: "Ich habe mir die Konstellation noch gar nicht angeschaut. Wichtig ist, dass wir aus dem Spiel die richtigen Schlüsse ziehen." Bis zur nächsten Partie am Sonntag (15.30 Uhr) gegen Bayer Leverkusen hat Glasner noch drei Nächte Zeit.

sts