Drei Szenen sorgen für Frankfurter Ärger

Schiedsrichter reingelegt: Frankfurt um Überzahl gebracht

Rudelbildung

Verwechslung auf Anraten: Schiedsrichter Matej Jug zeigte dem falschen Spieler Gelb. imago images

"Die Aktion mit Rode war eine Fehlentscheidung" legte sich Hütter fest. Gemeint war die 69. Minute: Paciencia steckte auf den durchgestarteten Rode durch, der auf Lüttich-Keeper Bodart zugelaufen wäre, aber unmittelbar vor dem Strafraum von Verteidiger Laifis zu Fall gebracht wurde. Es folgte eine skurrile Szene: Schiedsrichter Matej Jug (Slowenien) schien sich nicht sicher zu sein: Foul, ja oder nein? Elfmeter, ja oder nein? Rot wegen Notbremse, ja oder nein? Und vor allem: Wer hatte das Foul überhaupt begangen?

Nach intensiver Beratung mit seinem Assistenten und Beschwerden beider Seiten entschied Jug auf Freistoß für Frankfurt und Gelb für Cimirot. Der hatte mit der Szene zwar überhaupt nichts zu tun gehabt, dem Schiedsrichter aber im Laufe der Rudelbildung signalisiert, er habe das Foul an Rode begangen. Hintergrund: Laifis hatte kurz zuvor bereits Gelb gesehen und wäre wohl vom Platz geflogen. Ganz unabhängig von dieser "Verwechslung" ärgerte sich der Gefoulte über die Schiedsrichterentscheidung. "Für mich war er klar letzter Mann, also ist es eine Rote Karte", meinte Rode bei "DAZN". Sein Trainer Hütter ergänzte: "Wenn es schon keine Rote Karte gibt, muss es Gelb für den Spieler geben, der schon Gelb hatte. Mit einem Spieler mehr hätten wir uns leichter getan."

"Das war nicht gut von uns": Fernandes redet Klartext

Abräumer Fernandes sah es ähnlich, machte aber auch klar: "Wir haben das Spiel wegen uns verloren, nicht wegen des Schiedsrichters." Denn auch mit Elf-gegen-elf bot sich der Eintracht die Großchance, das Weiterkommen bereits vorzeitig unter Dach und Fach zu bringen: Kostic tauchte nach einem Kraftakt über die linke Seite alleine vor Bodart auf, hämmerte die Kugel aber am Tor vorbei. "Das ist das Spiel", meinte Fernandes, der Pechvogel Kostic aber "keinen Vorwurf" für seinen Fehlschuss mit Folgen machen wollte.

Viel eher ärgerte er sich über das, was direkt danach passierte: Frankfurt präsentierte sich nach der Kostic-Chance defensiv unsortiert, ein einfacher hoher Ball mit anschließender Kopfballverlängerung reichte, um Joker Lestienne in völlig freie Abschlussposition zu bringen - und nur 15 Sekunden nach dem Frankfurter Hochkaräter lagen sich die Belgier in den Armen. "Das ist unnötig", so Fernandes. "Das war nicht gut von uns. Wir wollen nach vorne spielen, müssen aber auch lernen zu verteidigen." So schnell kann sich das Blatt wenden: Auf einmal war Frankfurt nicht sicher im Sechzehntelfinale, sondern nach der Niederlage gegen den direkten Konkurrenten nur noch auf Gruppenplatz drei.

Standard nun in der Pole Position?

"Die Ausgangsposition hat sich schon stark verändert", analysierte Hütter. Der direkte Vergleich beider Mannschaften ist nach dem Rückspiel ausgeglichen. Lüttich liegt wegen eines mehr geschossenen Tores vor den Frankfurtern, spielt noch im Guimaraes und zuhause gegen den FC Arsenal, die Eintracht erwartet das umgekehrte Programm. Arsenal könnte vor dem letzten Gruppenspiel in Lüttich den Gruppensieg bereits sicher haben, zuhause gegen Frankfurt ist das noch nicht so. "Standard hat möglicherweise die bessere Situation jetzt", schloss Hütter vielleicht auch deshalb. "Das haben wir uns aber jetzt zuzuschreiben.

mib

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