Bosnier für ein Spiel Cheftrainer

Saric auf einmal im Rampenlicht

Asif Saric

Für ein Spiel Cheftrainer von Hannover 96: Asif Saric. imago images

Nun ist Slomka seit Sonntag Geschichte - und das Duo Saric/Barlemann soll dafür sorgen, dass die gute Auswärtsbilanz (drei Siege, ein Remis, zwei Niederlagen) des Bundesliga-Absteigers in Heidenheim weiter aufgepeppt wird. Möglichst mit drei Punkten. "Das ist für uns eine schwierige Situation. Wir waren als Co-Trainer loyal und hatten eine gute Zusammenarbeit mit dem Cheftrainer. Wir wollen hier nicht die Chefrolle übernehmen, sondern die Mannschaft am besten vorbereiten auf das Spiel", verriet Fußballlehrer Saric.

Nach der Partie am Sonntag treten Saric und Barlemann dann wieder ins zweite Glied zurück - oder müssen 96 verlassen. Das hängt von den Planungen des neuen Cheftrainers ab. Den Namen von Ex-Profi Alexander Frei, der aktuell als A-Jugendtrainer beim FC Basel tätig ist, als Nachfolger von Mirko Slomka mochte Jan Schlaudraff weder bestätigen noch dementieren.

Trainerfrage? Kind hat das letzter Wort

"Es macht keinen Sinn, auf einzelne Namen einzugehen", sagte der Manager, "es geht darum, die bestmögliche Entscheidung für Hannover 96 zu treffen." Und das letzte Wort hat ohnehin Martin Kind. "Er ist der Chef von diesem Laden und wird die Entscheidung treffen", betont Schlaudraff. Und: "Die Haltbarkeit des neuen Trainers soll deutlich länger sein als die von Mirko Slomka. Wenn wir im Sommer eine Entscheidung treffen für einen Trainer, und diesen im November wieder entlassen, dann ist es nicht die richtige Entscheidung gewesen."

Der neue Chefcoach soll dem Verein helfen, langfristig wieder in die Erfolgspur zu kommen. Dass die Mannschaft mehr Qualität hat, als es der aktuelle Tabellenplatz 13 vermittelt, davon ist Schlaudraff überzeugt. "Wir sind der Meinung, dass die Spieler besser spielen können als in den letzten Wochen." Dafür sei der Trainer, der Manager, aber auch jeder Spieler für sich selbst verantwortlich, sagte Schlaudaff. "Wenn wir alle besser arbeiten als in den letzten Wochen, dann werden wir es auch schaffen, diese Spieler dorthin zu bekommen, wo wir sie gerne sehen würden. Wir haben ja auch schon gesehen, dass wir Qualität im Kader haben."

Katastrophale Heimbilanz? Schlaudraff setzt auf Zeit

Das ist den Fans, die bislang auswärts nicht mitgereist sind, allerdings verborgen geblieben. In der HDI Arena hat 96 in dieser Saison noch nicht gewonnen und zum Teil miserable Spiele abgeliefert. Die Heimbilanz ist mit vier Punkten aus sechs Spielen katastrophal. Schlaudraff warb um Verständnis. Das schmale Budget habe auch dazu beigetragen, dass im Sommer viele Spieler verpflichtet wurden, die vorher aus Leistungs- oder Verletzungsgründen kaum gespielt hätten und keinen Rhythmus hatten. Der Manager setzt auf den Faktor Zeit, meint aber auch, dass der Kader "gut genug ist, um oben mitzuspielen". Ob das noch in dieser Saison gelingen wird, darf vorläufig bezweifelt werden. Fest steht: Auf den neuen Trainer, der in der nächsten Woche vorgestellt werden soll, wartet viel Arbeit.

Gunnar Meggers