DEB-Auswahl mit Coup zum Turnierauftakt

Dank Schütz: Söderholm-Schützlinge bezwingen Russland

DEB-Goalie Mathias Niederberger

War ein entscheidender Faktor für den Sieg der deutschen Nationalmannschaft: DEB-Goalie Mathias Niederberger. imago images

Die Sbornaja machte in der Anfangsphase enormen Druck, ging teilweise mit zwei Mann auf den scheibenführenden Gegenspieler. Das aggressive Forechecking sollte sich bezahlt machen, Russland ging bereits früh in Führung: Poryadin vollstreckte ins kurze Eck, nachdem Grebenshchikov den Puck hinter dem Tor erobert und daraufhin den Pass vor das Tor gespielt hatte (5.). Die deutsche Mannschaft kam in der russischen Drangphase vereinzelt zu guten Vorstößen, konnte aber noch nicht für zwingende Gefahr sorgen. Nach rund zehn absolvierten Minuten fand sich die DEB-Auswahl im Powerplay wieder, in dem Russlands Torhüter Konovalov, diesjähriger Drittrundenpick der Edmonton Oilers, einige Schüsse entschärfen musste.

Die Überzahl nutzten die Gastgeber noch nicht, waren danach aber deutlich besser im Spiel - und erzielten den Ausgleich: DEB-Debütant Fischbuch behauptete die Scheibe hinter dem Tor und sein letztjähriger Mitspieler Noebels (Eisbären Berlin) brachte diese daraufhin in den Slot, von wo Lokalmatador Pietta zum 1:1 einnetzte (13.). Allerdings fanden die Russen relativ schnell wieder zurück in die Spur und stellten die Führung vier Minuten vor der Drittelpause wieder her. Durch eine fehlerhafte Zuordnung der Deutschen kam Yermakov plötzlich frei vor Niederberger an den Puck und ließ dem DEG-Goalie keine Abwehrmöglichkeit (17.).

Deutschland reißt das Spiel an sich - Russland egalisiert kurios

Im Mitteldrittel war die Mannschaft von Toni Söderholm deutlich besser in der Partie, spielte mindestens auf Augenhöhe. Vor allem die Reihe um Pietta, Noebels und Fischbuch sorgte für ordentlich Betrieb. Die Sbornaja zog einige Strafen, wodurch die Hausherren etwas Auftrieb bekamen. Im Powerplay kam Deutschland zu einigen hochkarätigen Gelegenheiten und markierte sogar den erneuten Ausgleich: Pietta legte hoch an die blaue Linie, Fischbuch anschließend quer und AEV-Verteidiger Sezemsky krönte die Kombination mit dem Schuss zum 2:2 (24.). Daraufhin boten die beiden Nationalteams intensives und dynamisches Eishockey - und tauschten auch den ein oder anderen heftigen Check aus. Dann jubelten plötzlich die deutschen Fans in der Yayla-Arena - Deutschland ging erstmals an diesem Eishockeyabend in Führung. Kastner spielte einen Pass in den Lauf von Kammerer, der sich den Puck auf die Rückhand legte und diesen anschließend durch die Hosenträger von Konovalov zum 3:2 schob (35.).

Jedoch konnte Russland noch im Mittelabschnitt für den Dämpfer sorgen und egalisierte durch ein kurioses Tor. Volkovs Schuss von der blauen Linie flog an Freund und Feind vorbei - Niederberger war die Sicht versperrt (38.). Daraufhin knallte der Puck an das Plexiglas hinter dem Tor. Wie das? Die Schiedsrichter betrachteten die Wiederholung. Der Videobeweis offenbarte, dass der Schuss durch eine Masche des Netzes geflogen war und nach dem Überqueren der Linie so das Tor wieder verließ.

Schütz fälscht ab und lässt Krefeld jubeln

Im Schlussabschnitt setzte sich das hochklassige Spiel fort, beide Mannschaften drückten auf den potenziell entscheidenden Treffer und bekamen auch ihre Gelegenheiten darauf. Nach fünf absolvierten Minuten tauchte Kammerer nach genialem Tiffels-Zuspiel frei vor dem russischen Tor auf, brachte den Abschluss aber zu zentral auf den Kasten. Eine nahezu identische Situation ergab sich etwas später für die Sbornaja. Tolchinsky versuchte es kunstvoll mit einem "between-the-legs"-Schuss, scheiterte aber an DEB-Keeper Niederberger (47.). Und dann war der Puck drin, zappelte im Netz der Russen - Deutschland ging wieder in Führung. Bittner brachte einen scharfen Flachpass vor das Tor, wo Schütz die Kelle reinhielt und den Puck unhaltbar unter die Latte abfälschte (54.). Mit vereinten Kräften - und einem starken Niederberger - brachte die deutsche Nationalmannschaft die knappe Führung über die Zeit und feierte dadurch den Auftaktsieg. Für Russland war es die erste Niederlage beim Deutschland Cup überhaupt.

Starkes Mitteldrittel ebnet Schweiz den Weg zum Sieg

Die Schweizer Nationalmannschaft, Ausrichter der Weltmeisterschaft 2020, setzte sich im Eröffnungsspiel des Vier-Nationen-Turniers 2019 mit 5:2 (0:0/3:0/2:2) gegen die Slowakei durch. Nach einer torlosen halben Stunde brach Fuchs den Torbann und bescherte der Schweiz die Führung (31.). Im Mitteldrittel konnte der Vorjahreszweite sogar noch durch die Treffer von Bertaggia (36.) und Moy (38.) auf 3:0 stellen. Lange schien der Schweizer Sieg ungefährdet, doch im Schlussabschnitt drehten die Slowaken plötzlich auf, kamen durch den schnellen Doppelschlag von Krivosik (56.) und Kudrna (57.) auf ein Tor heran und sorgten noch einmal für Spannung. Allerdings hatte die "Nati" mit den Treffern vom Züricher-Duo Prassl (57.) und Suter (59.) die richtige Antwort parat und setzte der slowakischen Aufholjagd ein jähes Ende.

Die Schweiz trifft am Samstag auf Gastgeber Deutschland (13 Uhr). Etwas später will die Slowakei gegen Turnierfavorit Russland die ersten Punkte holen (16.30 Uhr).

phb