Kinsombis Rückkehr - Entwarnung bei Heuer Fernandes

HSV ohne Hunt & Harnik: Hecking sieht "die ganze Mannschaft in der Pflicht"

Dieter Hecking

Sieht die ganze Mannschaft in der Pflicht: HSV-Coach Dieter Hecking. imago images

Ein Blick auf die Auswärtstabelle der 2. Liga lässt erst einmal gar nichts Schlechtes vermuten: Nach sechs absolvierten Partien steht der HSV hinter Bielefeld (16 Punkte) und Hannover (10) auf dem dritten Platz (9). Gepaart mit einer starken Heimbilanz (5/1/0) ergibt das im Gesamttableau Rang eins.

Doch in der Fremde hakte das Spiel des Aufstiegsfavoriten zuletzt. Bei den vergangenen drei Gastspielen in Regensburg (2:2), Bielefeld (1:1) und Wiesbaden (1:1) verspielte der HSV jedes Mal eine Führung, zuvor gab es noch die 0:2-Derbyniederlage beim FC St. Pauli. Nun steht also das nächste Nordduell vor der Tür, geht es nach Trainer Dieter Hecking, soll es in Kiel wieder mit einem Sieg klappen.

Wenn wir aber wieder so fahrig spielen wie in Wiesbaden, werden wir nicht gewinnen.

Dieter Hecking

Dazu müsse sich seine Mannschaft aber mit einem anderen Gesicht als in Wiesbaden präsentieren: "Nach den beiden Highlight-Spielen gegen Stuttgart hat uns ein bisschen die Frische gefehlt und wir haben Probleme damit gehabt, direkt wieder in den Zweitliga-Alltag zu kommen." Die Trainingswoche nutze Hecking auch dazu, um den Tank, gerade im Mentalen, aufzuladen. "Wenn wir aber wieder so fahrig spielen wie in Wiesbaden, werden wir nicht gewinnen."

Kiels Spielweise erinnert den 55-Jährigen an die eigene: "Sie wählen einen spielerischen Ansatz, spielen über zwei breitstehende Achter sauber von hinten heraus. Da ist viel Bewegung drin. Die Abläufe sind ähnlich, wie wir es machen wollen."

Personell muss Hecking erneut mit Kapitän Aaron Hunt und Stürmer Martin Harnik (beide Oberschenkelzerrung) auf zwei Leistungsträger verzichten. Kompensieren will Hamburgs Trainer die beiden Ausfälle im Verbund. "Da sehe ich die gesamte Mannschaft in der Pflicht. Wenn unsere Achse funktioniert, dann sind wir, denke ich, gut aufgestellt." Zu ebendieser Achse zählen für Hecking unter anderem Adrian Fein, Bakery Jatta und Tim Leibold, der "mittlerweile eine verlässliche Größe" ist. Bei Daniel Heuer Fernandes gab der Coach Entwarnung. Der Torhüter, der am Dienstag krank gefehlt hatte, kehrte am Mittwoch bereits wieder in den Trainingsbetrieb zurück.

Hecking macht Kinsombi keinen Druck

Von David Kinsombi, der im Sommer mit großen Erwartungen aus Kiel losgeeist wurde, erwartet Hecking dagegen noch keine "Leaderqualitäten". Für den 23-Jährigen läuft es nach einem Schienbeinbruch zum Jahresbeginn und einem anschließenden Muskelfasseriss noch nicht rund. "Es ist wichtig, dass er erst einmal seinen Rhythmus findet", erklärt Hecking. "Er muss seine Leistungen noch konstant bringen, da sind noch viele Aufs und Abs mit dabei." Für Kinsombi ist es nach dem Auftritt in seiner Heimatstatt Wiesbaden, wo er zum zwischenzeitlichen 1:0 traf, direkt die zweite Reise in die Vergangenheit. Vor dem Duell mit seinen Ex-Kollegen, Kinsombi spielte von 2017 bis 2019 im Holstein-Trikot, gibt er sich kampflustig: "Wir sind genauso heiß. Und wir sind zu allem bereit."

tow