Giallorossi müssen in der Europa League in Gladbach ran

Roma-Coach Fonseca würde für mehr Show auf Geld verzichten

Paulo Fonseca ist seit dieser Saison Trainer der AS Roma.

Steht mit der Roma aktuell gut da: Trainer Paulo Fonseca. imago images

15 Spieler haben sich seit Saisonstart bei der Roma verletzt, aktuell fehlen immer noch ganze sechs potenzielle Stammkräfte: Lorenzo Pellegrini, Henrikh Mkhitaryan, Davide Zappacosta, Leonardo Spinazzola, Bryan Cristante und Nikola Kalinic. Nach einem Stotterstart in die Serie A (3:3 gegen CFC Genua, 1:1 beim Alu-Festival-Derby vs. Lazio) haben sich die Römer aber trotzdem nicht unterkriegen lassen.

Das Team von Neu-Coach Paulo "Zorro" Fonseca, der seit über zwei Jahrzehnten (genauer gesagt seit 1993) der erste AS-Trainer ist, der nicht mehr mit den gefeierten Ur-Römern de Rossi und Capitano Totti arbeiten darf, sammelt sowohl in der Serie A als auch in der Europa League fleißig Punkte - wenngleich es von insgesamt 14 Pflichtspielen auch schon sechs Remis gegeben hat. So steht in Italien aktuell mit 22 Punkten Rang drei hinter Inter und Spitzenreiter Juve zu Buche, während in der EL-Gruppe J derzeit Platz eins gesichert ist. Der Frust nach dem bitteren 1:1-Hinspiel gegen Gladbach vor zwei Wochen, als den Römern in allerletzter Sekunde ein komplett unberechtigter Elfmeterpfiff ereilte, ist auch verflogen - und deutliche Worte von Edin Dzeko & Co. verstummt.

Fonseca hat ein gutes Gefühl

Ein mögliches Schlüsselereignis der jüngsten Tage: Der römisch-katholische Theologe und Kurienerzbischof Salvatore Fisichella hat sich zuletzt auf dem Trainingsgelände der Roma umgesehen - und das Trigoria gesegnet. Seither haben die Giallorossi drei von drei Partien gewonnen (2:1 gegen Milan, 4:0 in Udine, 2:1 gegen Napoli) - und sind mit ordentlich Selbstvertrauen ins Rheinland Richtung Mönchengladbach aufgebrochen. Dort soll am heutigen Abend (21 Uhr, LIVE! bei kicker.de) mit einem Auswärtssieg ein großer Schritt Richtung Europa-League-Zwischenrunde getan werden.

Damit das klappt, soll das Team aus der "Ewigen Stadt" einfach nur eines im Kopf haben, so Coach Fonseca: "Alle, die für die Roma arbeiten, sollen einfach nur ans Gewinnen denken. Wir spielen immer, um zu siegen. Da ist es auch nicht wichtig, in welchem Wettbewerb wir antreten - wir wollen einfach nur das Spiel gewinnen."

Natürlich weiß der 46-jährige Portugiese aber auch, dass es beim aktuellen Bundesliga-Tabellenführer nicht leicht werden wird: "Wir spielen gegen ein starkes Team, das nur schwer auszurechnen ist. Allerdings glaube ich, dass das Spiel für Gladbach entscheidender ist als für uns."

Weniger Geld für mehr Show? Für Fonseca kein Problem

Auf der Pressekonferenz zum Spiel in Gladbach wurde Fonseca außerdem noch etwas los, was sicherlich beeindruckt. Auf die Nachfrage, ob er denn selbst auf Gehalt verzichten würde, wenn es weniger Spiele zu absolvieren gäbe, sagte der Roma-Coach: "Natürlich, warum auch nicht? Ich würde alles dafür tun, eben auch auf Geld verzichten, wenn das im Umkehrschluss eine bessere Show bedeuten würde. Jeder liebt es, Fußball zu schauen - aber man will doch die bestmögliche Show sehen. Oder? Und aktuell in den europäischen Top-Ligen werden einfach zu viele Spiele gespielt. Das führt rein physiologisch zu Problemen bei den Spielern. Wir spielen immer mehr und es entstehen auch immer neue Wettbewerbe. Es sollte aber stattdessen ein Weg gefunden werden, den Wettbewerb zu rationalisieren und alles zu tun, damit es diese Situationen nicht gibt. Es ist praktisch unmöglich, alle Spieler bei 100 Prozent zu haben. Wenn es nun notwendig wäre, die Gehälter zu senken, um die Show zu verbessern, dann stimme ich absolut zu."

mag

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