NFL-Franchise aus Kalifornien bleibt beim bisherigen Vorhaben

"Bullshit": Los Angelers Chargers werden nicht nach London umziehen

Die Chargers wollen auch in Zukunft in Los Angeles bleiben.

Kein Umzug nach England: Die Chargers wollen auch in Zukunft in Los Angeles bleiben. imago images

Der Besitzer der Chargers hat einen aktuellen Medienbericht zurückgewiesen, wonach das kalifornische Team aus der NFL einen Umzug nach London in Betracht zieht. "Das ist doch totaler Bullshit. Wir gehen nicht nach London. Wir werden nirgendwo hingehen", sagte Dean Spanos. "Wir spielen in Los Angeles. Das ist unser Zuhause - und hier planen wir, für eine sehr lange Zeit zu bleiben. Punkt."

In diesen Tagen berichtet das US-Portal "The Athletic" darüber, dass die Chargers einer Idee der NFL-Verantwortlichen über einen Umzug in die englische Metropole offen gegenüberständen. Demnach soll die Liga befürchten, dass das geringe Interesse an den Chargers in Los Angeles langfristig der NFL schaden könnte.

Denn klar ist - Umzug oder Verbleib hin oder her: Das im Jahre 1960 in Los Angeles gegründete Team kehrte erst 2017 wieder nach Los Angeles zurück, nachdem es seit 1961 und für ganze 56 Jahre lang in San Diego hausiert hatte. Die große Gunst der Fans in der US-Metropole L.A. liegt aber zu einem großen Teil beim Stadtrivalen, den Los Angeles Rams, dem diesjährigen Super-Bowl-Teilnehmer um Quarterback Jared Goff, Defense-Ass Aaron Donald und Head Coach Sean McVay.

Woran das vor allem festzumachen ist: Obwohl die Chargers vergangene Saison nach starken Leistungen mit einer Bilanz von 12:4 in die Play-offs eingezogen waren (Aus in den Divisional Play-offs beim späteren Meister New England), hatte sich das eigene Stadion bei Heimspielen nur schwer gefüllt. Ungeachtet der Tatsache, dass die Mannschaft ohnehin schon im kleinsten Stadion der NFL aufläuft - im Dignity Health Sports Park auf dem Campus der California State University, Dominguez Hills in Carson im Los Angeles County. Das kleine Rund ist eigentlich ausgerichtet für Fußball, beherbergt Los Angeles Galaxy und fasst gerade einmal um die 30.000 Plätze.

Beim jüngsten 26:11-Heimsieg gegen die Green Bay Packers, wodurch das Team um Star-Quarterback Philip Rivers die aktuelle Bilanz nach schwachem Saisonstart auf 4:5 angeschraubt hat, sind zum Beispiel nur 25.435 Fans im Stadion gewesen. Darunter natürlich auch noch massig vom hohen Norden mitgereiste Fans von "The Pack".

London ist ein attraktives Pflaster

In London werden bereits seit Jahren vereinzelt NFL-Spiele ausgetragen. In dieser Saison sind es vier Partien gewesen, die bereits über die Bühne gegangen sind - veranstaltet im neuen Tottenham Stadium sowie dem legendären Wembley Stadium. Hierbei verkaufen sich die Tickets stets wie warme Semmeln, weswegen sich hartnäckig Gerüchte halten, dass die NFL plane, in den nächsten Jahren ein Team fest in England einziehen zu lassen. Vor den Chargers sind hier bereits die Jacksonville Jaguars aus Florida um Besitzer Shahid Khan, ebenfalls von einer eher kleineren Fan-Base unterstützt, als potenzielle Umzugs-Mannschaft gehandelt worden.

Laut Besitzer Spanos komme sein Team aber eben dafür nicht infrage, zumal die Mannschaft ohnehin zusammen mit dem Stadrivalen (Rams) in das noch im Bau befindliche, hochmoderne SoFi Stadium (Inglewood Stadium) ziehen wird. Der beinahe fünf Milliarden Euro teure Gesamtkomplex soll im nächsten Jahr im August eingeweiht werden.

mag/sid

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